Wega-Kinderchor hat eine Zukunft

Bei vielen Chören herrscht Nachwuchsmangel. Doch in Bussnang ticken die Uhren anders: Der Kinderchor, ursprünglich nur als Projekt lanciert, wird weiter bestehen. Derzeit wird noch ein Name für den Chor gesucht.

Christof Lampart
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Bussnang. Mehr als 250 Primarschüler aus den Schulstandorten Bussnang, Rothenhausen, Mettlen, Friltschen, Lanterswil und Märwil traten am 5. September anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums des Männerchors Bussnang-Rothenhausen auf und begeisterten das Publikum. Da der Chor bereits vor diesem Auftritt von den Wega-Machern für ein Konzert angefragt worden war, wurde das Bestehen des Projektchors, der von Thomas Armbruster initiiert wurde und von Robert Alfarè geleitet wird, ein wenig verlängert. Danach sollte eigentlich Schluss sein.

54 sind wieder dabei

Doch so weit kommt es jetzt nicht: «Wir haben vor allem von den Kindern so viele positive Rückmeldungen erhalten, dass wir per Brief an ihre Eltern gelangten und fragten, ob sie an einer Fortsetzung des Chors interessiert seien», sagte Armbruster am Rande des Infoanlasses vom letzten Mittwochabend in der Schule Bussnang.

Das Resultat war überwältigend: Von den 60 Kindern, die den Wega-Chor gebildet hatten, haben sich nicht weniger als 54 für den neuen Chor gemeldet. Roberto Alfarè – selbst Kirchenmusiker und unter anderem Dirigent des Männerchors Bussnang-Rothenhausen – zeigte sich von dem Enthusiasmus dermassen begeistert, dass er sich bereit erklärte, den Kinderchor auch weiterhin zu leiten.

Die Proben finden jeweils am Mittwochabend um 18 Uhr im Schulhaus Bussnang statt. Gleichentags um 20 Uhr wird Alfarè noch die Proben des Männerchors leiten.

Der erste Probeabend, zu dem auch Kinder eingeladen sind, die sich bis anhin noch nicht gemeldet haben, findet am Mittwoch, den 6. Oktober statt. «Wir werden kindergerechte Lieder, aber auch Pop-Lieder singen, die sich gut für einen Chor eignen. Zum Beispiel <Sailing> von Rod Stewart.

» Das erste halbe Jahr wird durch Sponsoren finanziert. Unter anderem vom Organisationskomitee des Schweizerischen Gesangsfestes 2008 in Weinfelden Dieses behielt einen Teil seines Gewinns für die Nachwuchsförderung ein.

Starthilfebeitrag

Und als das OK vom Bussnanger Chorprojekt hörte, anerbot es sich, dieses mit einem Starthilfebeitrag zu unterstützen.

Wie es danach weitergeht, weiss Armbruster noch nicht – er könne sich jedoch vorstellen, einige Firmen aus der Gegend für einen Beitrag anzufragen.

Freude im Vordergrund

Wichtig ist den Machern, dass die Kinder mit Freude bei der Sache sind. «Falls ein Kind nach einigen Proben merken sollte, dass der Chor doch nicht so lässig ist, wie es sich eigentlich gedacht hat, kann es problemlos wieder aussteigen. Denn hier machen alle freiwillig mit», so Armbruster.

Allerdings hofft er auf eine gegenteilige Entwicklung: «Bringt eure Freunde mit, denn je grösser wir sind, desto besser», forderte er die Kinder auf. Während eine Vereinsgründung mit Statuten gegenwärtig noch nicht geplant ist, ist die Suche nach dem Chornamen in vollem Gange. «Überlegt euch mal, wie der Chor heissen soll, und schreibt, zusammen mit euren Eltern, ein paar Vorschläge auf. Wir stimmen dann darüber ab, bis nur noch zwei Namen übrig sind, und entscheiden uns dann für einen.

Genauso wie bei der Bundesratswahl», sagte Armbruster.