Weg frei für neuen Badesteg

Pro Natura hat die Einsprache gegen den 85 Meter langen Steg in der Badi Wiedehorn in Egnach zurückgezogen. Die Naturschützer haben den Widerstand wegen des geplanten Flachufers aufgegeben. Das ist eine Überraschung.

Markus Schoch
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Neue Attraktion für Badende: Computeranimation des Steges in der Badi Wiedehorn, die neu gestaltet werden soll. (Bild: Gemeinde Egnach)

Neue Attraktion für Badende: Computeranimation des Steges in der Badi Wiedehorn, die neu gestaltet werden soll. (Bild: Gemeinde Egnach)

EGNACH. Unerwartete Wende im Streit um den geplanten Badesteg in Egnach. Die Gemeinde hat sich nun auch mit Pro Natura einigen können, nachdem sie zuvor bereits zwei Privatpersonen zum Rückzug ihrer Einsprache bewegen konnte.

Überraschend ist vor allem, dass die Gemeinde keine Abstriche an ihren Plänen machen musste, um die Naturschutzorganisation ins Boot zu holen. Der Badesteg soll wie vorgesehen 85 Meter lang werden und das ganze Jahr begehbar sein.

Länge kein Thema mehr

Dabei hatte Pro-Natura-Präsident Toni Kappeler im TZ-Interview noch vor drei Monaten unmissverständlich klargemacht, dass die Länge nicht akzeptierbar sei und die Zugänglichkeit des Badesteges wenn möglich auf die Sommermonate beschränkt werden soll.

Und Kappeler hatte damals auch erklärt, dass es mit dem Flachufer allein nicht getan sei, das Gemeinde und Kanton wegen der Einsprache von Pro Natura nachträglich in die Planung aufnahmen. Das sei «gut und erfreulich», ändere aber nichts an der Kritik, sagte der Pro-Natura-Präsident damals.

Nach Gesprächen mit Vertretern der Gemeinde und des Kantons sowie einem Augenschein vor Ort hat Pro Natura die Meinung geändert. «Wir haben dabei festgestellt, dass das Ufer entgegen unserer Annahme ökologisch massiv aufgewertet werden soll, wovon die Menschen und die Natur stark profitieren würden», begründet Kappeler den Sinneswandel. «Die Anstrengungen wollten wir mit dem Rückzug der Einsprache honorieren.»

Stimmbürger entscheiden

Es sei ihnen nie darum gegangen, das Projekt zu verunmöglichen, stellt Kappeler klar. «Wir wollten mit der Gemeinde ins Gespräch kommen.» Ziel sei ein besseres Resultat für die Natur gewesen. Und dieses Ziel hätten sie erreicht.

Zufrieden ist auch Egnachs Gemeindeammann Stephan Tobler, der von einem «Mehrwert für die Badi» spricht.

Das letzte Wort haben die Stimmbürger, die im Dezember an der Budgetgemeinde den Kredit für die Gestaltung des Flachufers freigeben müssen. Der Gemeinderat hat dafür 470 000 Franken vorgesehen. Tobler hofft allerdings, dass es billiger wird.

Der Kanton werde voraussichtlich die Hälfte der Kosten übernehmen, stellt Tobler in Aussicht. Das ist viel mehr als üblich. Dem zuständigen Departement für Bau und Umwelt sei das Projekt «extrem wichtig», heisst es in einer Mitteilung der Gemeinde.

Ohne Flachufer kein Steg

Tobler rechnet nicht mit Widerstand an der Gemeindeversammlung. Die Stimmbürger haben auch gar keine Wahl als Ja zu sagen, wenn sie den Badesteg wollen. Ohne Flachufer werde der Kanton den Bau nicht bewilligen, sagt Tobler. Ziel ist, die Arbeiten bis zum Beginn der Badesaison im nächsten Jahr abzuschliessen.