WEERSWILEN: Ein Tag unter Hochstämmern

Am Sonntag ist der Nationale Tag der Hochstammobstbäume. Auch die Familie Arndt-Rechsteiner aus Weerswilen beteiligt sich am Aktionstag mit einem informativen und kulinarischen Obstgartenfest. Es findet eine Woche später statt.

Mario Testa
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Daniela Arndt und ihre Kinder Vianne und Lean freuen sich mit Christa Rechsteiner auf das Obstgartenfest. (Bild: Mario Testa)

Daniela Arndt und ihre Kinder Vianne und Lean freuen sich mit Christa Rechsteiner auf das Obstgartenfest. (Bild: Mario Testa)

WEERSWILEN. Die Hochstamm-Birnbäume stehen momentan in voller Blütenpracht. Es sind grosse Kunstwerke, geschaffen von der Natur, und sie stehen dieser Tage im Mittelpunkt des Interesses von Naturliebhabern, Tierschützern und einigen Bauern. Am Sonntag ist der Nationale Tag der Hochstammobstbäume, ins Leben gerufen von den Organisationen Hochstamm Suisse und Birdlife Schweiz. Und diese beide Organisation können Erfreuliches berichten: «Die Zahl der stolzen Hochstammbäume nimmt seit fünf Jahren wieder zu», schreiben sie in einer Mitteilung. «Gefeiert wird dies mit verschiedenen Veranstaltungen in der Deutschschweiz.»

Ein Ort, an dem gefeiert wird, ist Weerswilen, wenn auch nicht schon dieses Wochenende, sondern erst eins später. Auf dem Hof der Familie Rechsteiner findet das traditionelle Obstgartenfest am 30. April und 1. Mai statt (siehe Kasten). «Es ist uns freigestellt, wann wir einen Anlass zum Tag der Hochstammobstbäume organisieren», sagt Daniela Arndt-Rechsteiner. «Und wir hatten unser Fest schon immer am letzten Wochenende im April, deshalb halten wir das so bei.» Das erste Fest fand 2009 statt, nun steht nach einem Wechsel auf den Zweijahresrhythmus schon das fünfte an.

Lebensraum für viele Tiere

Auf dem Hof der Familie Rechsteiner hat es sehr viele Hochstammobstbäume, vor allem Birnen und Äpfel. Und das soll auch so bleiben, sagt Daniela Arndt. «Das sind Hotspots der Natur, diese Bäume bieten bis zu 100 Individuen Platz, Schutz und Futter. Zudem gehören sie auch zu unserem Kulturgut, verschönern die Landschaft.» Die grössten Probleme mit den Hochstämmern, und damit auch der Grund, weshalb viele gefällt werden, seien die Restriktionen wegen des Feuerbrands und der Preiszerfall beim Mostobst. Davon kann auch Daniela Arndts Mutter ein Lied singen. «Für Birnen kriegt man einfach kaum mehr Geld, dabei ist Birnenmost so fein», sagt sie. «Früher waren die Bauern einfach grössere Idealisten, heute zählen vor allem Ertrag und Profit.»

Mehrere hundert Gäste

Umso mehr freut es die ganze Familie, dass sie mit ihrem Fest dazu beitragen können, dass die Hochstammobstbäume nicht in Vergessenheit geraten. «Es helfen auch alle mit, die ganze Familie, Freunde und Bekannte», sagt Daniela Arndt. Wenn das Wetter mitmacht, rechnet sie mit mehreren hundert Gästen an den zwei Tagen.

Arndt ist im Vorstand vom Natur- und Vogelschutzverein Weinfelden, der für das Obstgartenfest verantwortlich zeichnet. Und auch bei der Hochstammvereinigung ist sie im Vorstand. «Wir sind einfach prädestiniert mit unserem Obstgarten und der schönen Lage mit dem tollen Panorama. So bietet sich der Hof für das Fest an.»

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