Wasser kommt von beiden Seiten

Amriswil, Erlen und Sulgen arbeiten bei der Wasserversorgung künftig zusammen. Damit stellen die drei Gemeinden die Versorgung ihrer Bevölkerung auch bei unerwarteten Ereignissen sicher.

Rita Kohn
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Martin Salvisberg, Stadtpräsident von Amriswil; Roman Brülisauer, Gemeindepräsident von Erlen; Andreas Opprecht, Gemeindepräsident von Sulgen; Karl Spiess, Geschäftsleiter der Regio Energie Amriswil; Allen Fuchs, Verwaltungsratspräsident der Regio Energie Amriswil. (Bild: Reto Martin)

Martin Salvisberg, Stadtpräsident von Amriswil; Roman Brülisauer, Gemeindepräsident von Erlen; Andreas Opprecht, Gemeindepräsident von Sulgen; Karl Spiess, Geschäftsleiter der Regio Energie Amriswil; Allen Fuchs, Verwaltungsratspräsident der Regio Energie Amriswil. (Bild: Reto Martin)

Die Bevölkerung Amriswils wird derzeit hauptsächlich mit Seewasser versorgt, die Bevölkerung Sulgens und Erlens zum Grossteil mit Grundwasser aus dem Thurstrom. Daran soll sich vorläufig auch nichts ändern. Trotzdem haben die drei Gemeinden jüngst einen Vertrag unterzeichnet, der den gegenseitigen Austausch von Wasser regelt. Gelten soll das für den Notfall.

Wie schnell ein Notfall eintreten kann, hat die Region Sulgen vor gut einem Jahr beim Hochwasser erfahren. Zwar kam Sulgen damals mit einem blauen Auge davon, doch in der Nachbargemeinde Kradolf-Schönenberg musste das Pumpwerk kurzzeitig abgestellt werden. «Sollte ein solcher Fall auch bei uns eintreten, so würde die Bevölkerung von Amriswil her mit Seewasser versorgt», sagt Gemeindepräsident Andreas Opprecht.

Gute Lösung

Die Versorgung durch eine zweite Quelle ist nach dem neuen Vertrag nicht nur für Sulgen und Erlen eine gute Lösung, sondern auch für die Stadt Amriswil. Denn sie kann, dank der neuen Vereinbarung, im Notfall mit Grundwasser aus Sulgen versorgt werden.

Schon jetzt unterhält Amriswil zur Sicherung seiner Wasserversorgung ein eigenes Pumpwerk in Sulgen. Doch dieses wird nun ausser Betrieb genommen. Das auch aus technischen und rechtlichen Gründen. «Wir müssten beispielsweise eine grössere Schutzzone ausscheiden», erklärt Karl Spiess, Vorsitzender der REA-Geschäftsleitung. Das aber wäre sehr aufwendig und würde einen Bauern zu stark betreffen. Deshalb würde die Lizenz nun auf das nahegelegene Pumpwerk der Gemeinde Sulgen übergehen. Der neue Vertrag sichere die Versorgung der Stadt Amriswil von Sulgen her, sollte dafür Bedarf bestehen.

Besserer Druck

In den letzten Monaten hat Amriswil in Biessenhofen eine neue Pump- und Messstation gebaut. Damit reagiert die REA auf die neuen Druckverhältnisse, die dank der Zusammenarbeit zustande kommen. «Bisher war der Druck hier teilweise sehr unbefriedigend.» Weil aber das Reservoir Buchenberg von Sulgen und Erlen höher gelegen ist als das Reservoir von Amriswil, verbessert sich die Situation in Biessenhofen.

«Damit bringt die Zusammenarbeit uns allen Vorteile», sagt Karl Spiess. Im Gespräch war der Netzverbund schon seit einiger Zeit. Im Gespräch ist auch eine spätere Erweiterung des Netzverbundes auf die Gemeinde Kradolf-Schönenberg, die sich inzwischen am Reservoir Buchenberg beteiligt, es jedoch mit Wasser aus dem eigenen Pumpwerk füllt.

Gutes Einvernehmen

Zwischen den drei beteiligten Gemeinden herrscht gutes Einvernehmen. Die Vertragsverhandlungen hätten schon nach kurzer Zeit abgeschlossen werden können, sagt Karl Spiess. Man sei sich im Grundsatz von Anfang an einig gewesen und habe durch den Netzverbund einen weiteren Schritt in Sachen Versorgungssicherheit machen können.

Mit dem Netzverbund kommen die Gemeinden auch den Anforderungen des Bundes nach, der die Gemeinden auffordert, Massnahmen für eine sichere Wasserversorgung zu treffen. In seinem Strategiepapier fordert der Bund unter anderem intelligente Vernetzungen.