Wasser aus Steinach für Dürreopfer

Der Klimawandel trifft die Inseln im Südpazifik hart. Im Norden der Salomonen herrscht eine Dürre. Das Spital auf Gizo hat nun Zugang zu sauberem Wasser – dank einer Helferin, Spenden und der Steinacher Firma Trunz Water Systems.

Linda Müntener
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Die Trinkwasseraufbereitungsanlage ist kompakt. 600 Liter Wasser werden pro Stunde gefiltert. (Bild: Linda Müntener)

Die Trinkwasseraufbereitungsanlage ist kompakt. 600 Liter Wasser werden pro Stunde gefiltert. (Bild: Linda Müntener)

STEINACH. Das Thermometer zeigt über 40 Grad an, das Wasser ist knapp. Im Norden der Solomon Islands herrscht eine extreme Dürre. Grund dafür ist die Erderwärmung. Der Meeresspiegel steigt, das Wasser nimmt vermehrt das Treibhausgas CO2 auf und versauert. Die Wasserknappheit hat gravierende Auswirkungen. Wegen mangelnder Hygiene verbreiten sich Krankheiten auf den Inseln im Südpazifik schnell. Auch in deren Spitälern. «Es ist eine Katastrophe», sagt Petra Breiting. Sie will helfen. Die Krankenschwester und Operationsfachfrau hat schon mehrere humanitäre Einsätze auf den Salomonen geleistet. Keines dieser Hilfsprojekte beschäftigt sich aber mit Trinkwasser. So setzt sie sich eine kontinuierliche Trinkwasserversorgung zum Ziel. Und holt sich dafür Hilfe aus Steinach.

Sauberes Wasser ohne Chemie

In Zusammenarbeit mit der Steinacher Firma Trunz Water Systems hat Petra Breiting ihr Projekt lanciert. Der Kontakt entstand durch John Nell, einem Vertriebspartner von Trunz Australia/Pazifik. Das Unternehmen mit Sitz in Steinach hat kompakte Systeme entwickelt, mit denen aus Salzwasser, Brackwasser oder Süsswasser sauberes Trinkwasser gefiltert werden kann – ohne Zugabe von Chemikalien. Für das Trinkwasserprojekt auf den Salomonen filtert eine Ultrafiltrationsmembrane das Wasser und bietet so Schutz vor Bakterien, Viren oder Cysten. Bis zu 600 Liter sauberes Wasser werden pro Stunde aufbereitet. «Die Anlage ist unkompliziert zu installieren und braucht praktisch keinen Unterhalt», sagt John Nell. Betrieben wird sie durch Solarenergie. Die Anlage ist einfach zu bedienen. «Das bietet den Leuten vor Ort eine gewisse Selbständigkeit.» Im Juli wurde die Trinkwasseraufbereitungsanlage im Spital auf der Insel Gizo in Betrieb genommen. John Nell und weitere Mitarbeiter haben die Menschen vor Ort im Umgang mit der Maschine geschult. Es ist ein Pilotprojekt. Weitere Anlagen für Kommunen folgen im Herbst. Petra Breiting ist davon überzeugt, damit nachhaltig Hilfe zu leisten. «Die Spitalmitarbeiter haben zum Beispiel begonnen, selber Seife herzustellen», sagt sie. Dies sei eine Möglichkeit, um Infektionen vorzubeugen.

Spenden kommen an

Finanziert wurde die Anlage durch Spenden. Der Erfolg der Spendensammlung beruhe vor allem auf der Transparenz, sagt Petra Breiting. «Beim Trinkwasserprojekt in Gizo sehen die Spender, dass ihre finanzielle Hilfe ankommt.» Auf einem Blog dokumentiert sie die Fortschritte ihres Projekts. Dieses hat hohe Wellen geschlagen. Gratulationen gab's etwa von der Schweizer Botschaft in Canberra und der Weltgesundheitsorganisation. Die nächste Anlage soll im drittgrössten Spital der Salomonen auf Malaita installiert werden.

Blog: www.petrabreiting.ch, Passwort via breitingp@gmail.com

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