Was passiert mit dem Abwasser?

Mittwochmorgen, 9.30 Uhr. «Wahrscheinlich treffen wir schon euer Morgengeschäft an», sagt der Leiter des Ferienpasses Gino Pacchioni und führt mich, 15 Kinder im Alter von sechs bis zwölf und ein Paar Eltern in die Abwasserreinigungsanlage Morgental in Steinach.

Luisa Gomringer
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Gino Pacchioni erklärt. (Bild: Luisa Gomringer)

Gino Pacchioni erklärt. (Bild: Luisa Gomringer)

Nach der Begrüssung bittet der Leiter uns, nichts anzufassen und die Hände am besten einfach im Hosensack zu lassen.

Schnell wird aber klar: Bei dem Geruch müssen die Hände raus aus dem Hosensack und schnell vor die Nase. Durch den Mund atmend, mit interessiertem Blick und mit gespitzten Ohren hören wir dem Leiter gespannt zu. Schritt für Schritt erklärt uns Pacchioni, wo das Wasser überall durchfliesst, bis endlich jedes Wattestäbchen und das Fett aus unseren Shampoos an den Rechen hängen geblieben ist.

Dann stellt er uns seine kleinen Mitarbeiter vor. In einem Tropfen Wasser befinden sich eine Million Einzeller. Pantoffeltierchen, Amöben – mit dem Mikroskop im Labor der Anlage konnten wir die Tierchen begutachten. Gino Pacchioni erklärt uns, was wir für einen Schaden anrichten, wenn wir die falschen Sachen in der Toilette herunterspülen. Feuchttücher und Textilien sind besonders schlimm. Auch Tabletten, denn die könne man nur zu fünfzig Prozent aus dem Wasser entfernen und so gelangen sie in den Bodensee. Dort werden sie von den Fischen gefressen. «Dann reicht es, einen Fisch zu verspeisen, und das Kopfweh ist weg», sagt Pacchioni und schmunzelt.

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