Was die Vorfahren gerne gegessen haben

AMRISWIL. Welche Nahrungsmittel brachte die Bauersfrau im Jahr 1539 auf den Tisch? Und wie beschaffte sie sich diese eigentlich? Welche Lebensmittel waren zu jener Zeit überhaupt bekannt und wie abwechslungsreich war der tägliche Speiseplan? Am Sonntag, 1.

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AMRISWIL. Welche Nahrungsmittel brachte die Bauersfrau im Jahr 1539 auf den Tisch? Und wie beschaffte sie sich diese eigentlich? Welche Lebensmittel waren zu jener Zeit überhaupt bekannt und wie abwechslungsreich war der tägliche Speiseplan? Am Sonntag, 1. Februar, geht Karin Hungerbühler im Bohlenständerhaus den mittelalterlichen Essgewohnheiten nach.

Beneidenswert sind die Gerichte von damals nicht, denn es gab kaum Salz, kaum Gewürze und nur wenig Fleisch, zum Beispiel, wenn ein Tier erlegt werden konnte. Die Speisen wurden meist zu einem Brei verarbeitet, waren eher fade und mussten mit Holzlöffeln aus Holztellern gegessen werden. Die Getränke waren kalt, denn man trank aus Bechern, und in denen blieb nichts warm. Es waren hauptsächlich Wein, Apfelmost und Bier, in mit Wasser verdünnter Form auch für Kinder. Milch gab es wenig und sie wurde meist zum Backen gebraucht oder infolge der geringen Haltbarkeit zu Käse oder Butter verarbeitet.

Gesündere Ernährung

Mit den Seereisen von Marco Polo und Christoph Columbus änderte sich der Speiseplan. Aus dem Osten erreichten uns Gewürze. Die Kartoffel gelangte von Südamerika nach Europa. Tomaten, Kaffee, Kakao, Zuckerrohr und damit auch die Schokolade hielten Einzug. Erst seit diesen Reisen gab es in Europa neue Gerichte, entwickelte sich die Küche. Esswerkzeuge wie Gabel und Messer entstanden. Der Speiseplan wurde abwechslungsreicher. Zucker zum Süssen ersetzte den Honig, Kaffee als warmes Getränk eroberte den Kontinent, Schokolade wurde heimisch. Die Menschen ernährten sich von nun an vielseitiger und erkrankten seltener. (red.)

Weitere Informationen: Karin Hungerbühler, Telefon 071 411 57 36