Wanderweg bleibt gesperrt

BISCHOFSZELL. Der seit Ende Juni wegen eines Felssturzes beim Huserfelsen unterbrochene Wanderweg zwischen Bischofszell und Niederbüren bleibt gesperrt. Die Verantwortlichen rechnen nicht mit einer Wiedereröffnung vor dem Frühling 2011.

Rudolf Steiner
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Nach dem Erdrutsch im Juni bleibt der Wanderweg bis mindestens nächsten Frühling gesperrt. (Bild: Rudolf Steiner)

Nach dem Erdrutsch im Juni bleibt der Wanderweg bis mindestens nächsten Frühling gesperrt. (Bild: Rudolf Steiner)

Am zweitletzten Wochenende im Juni stürzte ein Teil des Wanderweges an der Thur zwischen Bischofszell und Niederbüren beim sogenannten Huserfelsen 20 Meter in die Tiefe. Dadurch wurde der Weg unpassierbar und musste von den Verantwortlichen der beiden beteiligten Gemeinden aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.

Umweg in Kauf nehmen

Seither sind die Benützer des bei Wanderern, Bikern und Joggern äusserst beliebten Thurwanderweges gezwungen, grössere Umwege in Kauf zu nehmen.

So weisen Hinweisschilder beim Unteren Ghögg auf Bischofszeller Seite und bei der Einmündung des Chrüzbaches in die Thur auf Niederbürer Seite auf die Sperrung hin. Der Umweg über Oberes Ghögg–Geisberg–Heiden–Himmelbleichi–Husermüli oder umgekehrt fällt vor allem für Wanderer ins Gewicht, ist er doch gegenüber der direkten Verbindung an der Thur rund zweieinhalb Kilometer länger und weist ausserdem mehrere Steigungen auf.

Zudem ist der gesperrte Abschnitt landschaftlich einer der reizvollsten und wegen der Passage beim Huserfelsen auch ausserordentlich spektakulär.

Schwieriger als erhofft

Sofort nach dem Unterbruch Ende Juni hat der Niederbürer Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein das Planungsbüro Ackermann GmbH in Degersheim mit der Planung der Sanierung beauftragt. Zusammen mit Bruno Bulgheroni vom Tiefbauamt des Kantons St.

Gallen wurde in den letzten Wochen abgeklärt, wie die unterbrochene Wegverbindung so schnell wie möglich wieder passierbar gemacht werden kann. «Zuerst planten wir an der Abbruchstelle eine zweite, gebogene Brücke mit Widerlagern auf beiden Seiten zu errichten», so Bulgheroni. Darum wurde auch ein Geologe beigezogen, der zum Ergebnis kam, dass der Nagelfluhfels – ein Sedimentgestein aus der Molasse der letzten Eiszeit – zu unstabil und steinschlaggefährdend sei.

Aus diesem Grund kann die ursprünglich geplante Brücke entlang des Felsens nicht erstellt werden. Für die neue Variante, bei der der Weg durch den Wald über den Fels führt, musste zuerst mit den betroffenen Land- und Waldbesitzern verhandelt werden, so Georg Ackermann.

Frühestens im Frühling 2011

Darum kann auch der ursprüngliche Termin für die Wiedereröffnung nicht eingehalten werden, denn anfänglich sollte der Weg bereits diesen September wieder passierbar sein.

Und auch die ursprünglich geschätzten Kosten von 40 000 Franken für die Sanierung des betroffenen Wegstückes dürften bei weitem nicht ausreichen. Weil der Weg auch im Netz der Kantonalen Wanderwege verzeichnet ist, kann allerdings mit einem Kantonsbeitrag an die Sanierung von 60 Prozent gerechnet werden. Die restlichen Kosten werden sich die beiden beteiligten Gemeinden Niederbüren und Bischofszell wie bisher teilen.

«Auf Kosten der Nachhaltigkeit haben wir uns für die teurere, dafür längerfristige Sanierungsvariante entschieden», so der Niederbürer Gemeindepräsident Niklaus Hollenstein.