«Wahrscheinlich ist es Rattengift»

Zwischen Erlen und Eppishausen in Richtung Aach hat Erika Kaufmann eine präparierte Wurst gefunden. Die Hundehalterin hat die Polizei informiert und versucht mittels Schildern, auf die drohende Gefahr aufmerksam zu machen.

Maya Mussilier
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Erika Kaufmann will andere Hundehalter vor möglicherweise ausgelegten Giftködern warnen. (Bild: Rita Kohn)

Erika Kaufmann will andere Hundehalter vor möglicherweise ausgelegten Giftködern warnen. (Bild: Rita Kohn)

ERLEN. Als Erika Kaufmann am Sonntagmorgen für ihre fünfjährige Schäferhündin zu Übungszwecken eine Fährte legen wollte, traute sie ihren Augen kaum. Etwa zwei Meter neben ihrer Spur entdeckte sie im Gras einen Gegenstand. «Es war ein Cervelat, gefüllt mit Körnern. Als ich das sah, habe ich sofort die Polizei informiert. Die Beamten stellten zehn Minuten später die präparierte Wurst sicher.»

Mehrere Fälle in diesem Jahr

Matthias Graf vom Mediendienst der Kantonspolizei Thurgau bestätigt den Fund. «Noch liegen die Laborwerte nicht vor. Mit grösster Wahrscheinlichkeit handelt es sich aber um Rattengift.» Es sei leider auch in diesem Jahr nicht der erste solche Fund im Kanton Thurgau. Dreimal wurden präparierte Fleischstücke sichergestellt. Einmal sogar im Garten eines Hundehalters. «Ein Hund hat einen Köder gefressen und glücklicherweise wieder erbrochen. Der Hund konnte erfolgreich behandelt werden», sagt Matthias Graf. Verdachtsfälle gebe es sogar noch mehr. Zum Beispiel im Juni in Schönenberg oder ebenfalls im Juni in Horn. Allerdings gab es keine Beweise. Der Mediensprecher rät auf jeden Fall, bei Verdacht oder bei Funden sofort die Polizei zu informieren.

Ein Fall für die Polizei

Erika Kaufmann hat also instinktiv richtig gehandelt. «Das war gar keine Frage. Für mich war sofort klar, dass dies ein Fall für die Polizei ist.» Die Erlerin mag gar nicht daran denken, was passiert wäre, wenn sie den Köder nicht gesehen hätte. «Die Spurleine ist zehn Meter lang. Das heisst, dass meine Hündin beim Fährten zehn Meter vor mir läuft. Sie hätte den Köder ganz sicher gefressen. Ich hätte keine Chance gehabt.» Ein solches Szenario möchte Erika Kaufmann weder bei ihrem eigenen Hund noch bei einem anderen erleben. «Der Fundort befindet sich gleich neben einem beliebten Spazierweg, der von vielen Hundehaltern, aber auch von Familien mit Kindern oft benutzt wird.» Ausserdem gebe es im Dorf auch einen blinden Mann, mit Blindenführhund. «Wenn er ausserhalb des Dorfes ist, lässt er seinen Hund auch mal frei laufen, dass sich dieser etwas austoben kann.» Auch dieser Hundebesitzer hätte keine Chance, den Köder vor dem Hund zu entdecken. «In diesem Fall ginge es nicht mehr nur ums Tier, sondern auch um sehr viel Geld.»

Warnschilder aufgestellt

Erika Kaufmann hat noch zu weiteren Mitteln gegriffen, um vor der lauernden Gefahr zu warnen. Sie hat in der Nähe des Fundortes Warnschilder aufgestellt und in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Erle, wenn…» auf den Fund aufmerksam gemacht. «Ein schlechtes Gefühl bleibt», sagt sie. Im Moment ziehe sie es vor, mit ihrem Hund woanders spazieren zu gehen.