Wahre Helden

Wenn die Frage nach den momentan wahren Helden gestellt wird, so driftet die Antwort schnell in fussballerische Gefilde. Schliesslich betitelte eine der grossen Illustrierten der Schweiz unsere Euro-Akteure unlängst als solche.

Christoph Sutter
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Wenn die Frage nach den momentan wahren Helden gestellt wird, so driftet die Antwort schnell in fussballerische Gefilde. Schliesslich betitelte eine der grossen Illustrierten der Schweiz unsere Euro-Akteure unlängst als solche. Ja, auch ich habe Freude an den helvetischen Kickern und werde heute natürlich ebenfalls lautstark mitfiebern, wenn es vom Achtel- zum Viertelfinal gehen soll. Aber sind diese Sportler wirklich die echten Helden unserer Zeit? Die Frage sei erlaubt: wer ist ein richtiger Held? Allenfalls ich, weil ich heute meinen 100. Leuchtturm tippe? – Wohl kaum! Aber wer zählt denn zu den wahren Helden bei uns? Ich kenne in Romanshorn einige Anwärter: Da wäre einmal das Personal vom Pflegeheim, welches sich nicht nur fachmännisch und kompetent, nein im Einzelfall oft auch aufopfernd und einfühlend um die Bewohner kümmert. Und das bereits seit 40 Jahren – mindestens, was die Institution betrifft. Oder der legendäre Liniensetzer, welcher die Fussballfelder des FC Romanshorns vermisst und einzeichnet – und damit im wahrsten Sinne des Wortes den Boden für guten Fussball garantiert. Oder die Angehörigen der Feuerwehr Romanshorn, welche nicht nur bei offiziellen Einsätzen gegen die Flammen kämpfen, sondern auch freizeitlich nationenfestliche Gasflaschenbrände völlig souverän löschen.

Ganz besonders aber auch die Menschen, welche seit Jahren die Ufergegenden unserer Stadt begehen und dabei stets eine Plastiktüte bei sich tragen – um Abfall einzusammeln. Einfach so! Momentan sind das zwei Personen. Sie führen einen stillen – aber vielleicht gerade deshalb so heldenhaften – Kampf gegen das Littering. Und sollten zu diesen beiden in Zukunft noch neun Menschen dazustossen, so… haben wir eine wahrlich heldenhafte Elf zusammen.