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WÄLDI: Zweihundert Stufen zum Glück

Das Mammutprojekt Napolenturm Hohenrain verlief perfekt nach Zeitplan. Das neue Ausflugsziel im ­Thurgau konnte am Samstag feierlich eingeweiht werden. Die kaiserliche Aussicht begeistert.
Desirée Müller
Erste Besucher geniessen die Aussicht vom Turm. (Bild: Reto Martin)

Erste Besucher geniessen die Aussicht vom Turm. (Bild: Reto Martin)

Die einen nehmen gleich zwei Tritte auf einmal, andere legen gemütliche Pausen auf den Zwischenpodesten ein – doch eines ist für alle Besucher der Eröffnung des Napoleonturms in Wäldi gleich: Nach 205 Stufen wartet ein atemberaubender Ausblick auf sie. Es ist spannend, die Reaktionen der Menschen zu beobachten, wenn sie das erste Mal in fast vierzig Meter Höhe die Panoramaplattform betreten. Egal, ob Kinder, Teenager, Erwachsene oder Senioren. Sofort zeichnet sich ein breites Lächeln auf ihren Gesichtern ab. «Das gibt es ja nicht. Unglaublich!», jubelt eine junge Mutter noch etwas ausser Atem. Ein älterer Herr schüttelt überwältigt den Kopf, ganz stolz darauf, die vielen Stufen fast ohne Mühe geschafft zu haben und nun mit solch einer «kaiserlichen» Aussicht belohnt zu werden. Valentin Hasler ist einer der ersten, die den Turm erklimmt haben. «Genau das hat dem Thurgau noch gefehlt», ist der Weinfelder Gemeinderat überzeugt.

Der Turm wird vielen Ansprüchen gerecht

Der Architekt des Napoleonturms, Peter Dransfeld, schaut dem Treiben auf der dreissig Quadratmeter grossen Panoramaplattform sichtlich ergriffen zu. «Ich denke, es ist ein Stück weit die Herausforderung des Aussergewöhnlichen, der Reiz des Abenteuers und die Freude am Gemeinschaftswerk, die uns dazu bewegt hat, Tausende von Franken und Fronstunden in dieses Projekt zu investieren.» Jede und jeder hätte einen anderen Anspruch an den Turm. «Die einen schätzen die Aussicht, andere nehmen sich Zeit für die Beobachtung der Natur, und wieder andere haben Freude an der Geschichte hinter dem Projekt, welche auf den Infotafeln im Aufgang vermittelt wird», vermutet der Ermatinger. Er ist dankbar dafür, dass die Arbeiten reibungslos verlaufen sind. «Über hundert Kubikmeter Schweizer Holz, fünfzehn Tonnen Stahl und vierhundert Tonnen Beton wurden zu einem gelungenen Ganzen ­zusammengefügt.»

Die Utopie wird zur Realität

Vereinspräsident Karl Möckli fügt hinzu:. «Anfangs wurden wir von Skeptikern belächelt. Unser Projekt wurde als utopisch bezeichnet. Es war ein anspruchsvoller Prozess, aber wir haben es geschafft.» Besonders freut ihn der didaktische Nutzen des Turms. Nebst dem historischen Hintergrund wird auch die umliegende Natur mit ihrer vielfältigen Tierwelt behandelt.

Andreas Ricci kennt den Napoleonturm wie seine Westentasche. Er war dafür zuständig, den 260 Meter langen Chromstahl-Handlauf zu konstruieren. Um den Lauf perfekt anpassen zu können, wurde der Stahl vor Ort «gebeugt». Obwohl er die letzten zwei Wochen fast nonstop am Turm zugange war, lässt es sich der 32-Jährige nicht nehmen, ein weiteres Mal die 205 Stufen zu erklimmen.

«Läck mir, die habens aber hoch im Kopf.» Das waren die ersten Gedanken von Regierungsrätin Monika Knill, als ihr Karl Möckli vor einigen Jahren seine Vision vorstellte. Doch das ausgearbeitete Sponsoringkonzept sowie die Visualisierung des Turms hätten sie schnell überzeugt. Knill hofft nun, dass der Turm länger hält als sein Vorgänger vor rund hundert Jahren. Dieser war nach 26 Jahren bereits wieder baufällig. Peter Dransfeld verspricht lachend: «Darauf können Sie sich verlassen.»

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