WÄLDI: Nicht den Kopf hängen lassen

750 Kinder, Jugendliche und Helfer sind derzeit im Sommerlager des Cevi Region Winterthur-Schaffhausen. Wetterglück haben sie bisher nicht immer gehabt – aber trotzdem viele Abenteuer erlebt.

Viola Stäheli
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Die Kinder suchen am Lagerfeuer ein bisschen Wärme und hoffen auf einige Sonnenstrahlen. (Bild: Andrea Stalder)

Die Kinder suchen am Lagerfeuer ein bisschen Wärme und hoffen auf einige Sonnenstrahlen. (Bild: Andrea Stalder)

Viola Stäheli

viola.staeheli@thurgauerzeitung.ch

Nein, im Moment strahlen die Gesichter nicht. Bei kühlen Temperaturen und Regen sitzt eine Gruppe von Kindern um ein Lagerfeuer. Aber eigentlich freuen sie sich alle hier zu sein – auch wenn im Moment niemand etwas gegen ein paar Sonnenstrahlen hätte. Die zehn Kinder sind ein Teil der 750-köpfigen Gruppe, die derzeit im zehntägigen Sommerlager des Cevi Region Winterthur-Schaffhausen ihre Ferien in der Natur verbringt. Der Cevi ist der drittgrösste Jugendverband der Schweiz.

«Über die Hälfte der Anwesenden sind Helfer oder Leiter», sagt Alexandra Stadelmann, OK-Mitglied und Verantwortliche Kommunikation. Und diese braucht es auch. Bei einem Lager in dieser Dimension sind helfende Hände immer gefragt – nicht zuletzt beim Aufstellen. Beinahe eine Woche vor Lagerbeginn sind Wasser- und Stromleitungen eingerichtet worden. «Der Hauptteil wurde aber am Wochenende aufgebaut, bevor die Kinder gekommen sind», sagt Stadelmann. Als es so weit war und die Kinder auf der rund 13 Hektar grossen Wiese beim Schützenhaus in Wäldi ankamen, standen schon die Sirupbar, eine Wasserrutsche oder auch das Duschzelt bereit.

Der verrückte Professor mit seiner Zeitmaschine

Alles war aber noch nicht eingerichtet. Das Lager läuft unter dem Motto «Weltstadt – Wissensstadt». Ein verrückter Professor hat eine Zeitmaschine gebaut, die aber nicht so funktioniert, wie er sich das gedacht hatte: Statt ihn in die Vergangenheit oder in die Zukunft zu bringen, kamen durch die Maschine die unterschiedlichsten Charakteren zu den Kindern – ob Ritter, Römer oder Steinzeitmensch, alles ist dabei. «Jede Abteilung bekam eine oder zwei Hauptfiguren zugewiesen», erklärt Stadelmann. Rund 14 solcher Abteilungen des Cevi Region Winterthur-Schaffhausen sind dabei. Ausserdem haben auch zwei Gastabteilungen aus Zürich und Schwyz den Weg in den Thurgau gefunden.

Die Kinder fassten zu Beginn die Aufgabe etwas zu erfinden, das zu ihrem Thema passt. So bauten jene, die von antiken Ägyptern Besuch erhielten eine Sphinx, eine andere Gruppe bastelte ein UFO – sie hat Gäste aus der Zukunft. Bei einer anderen Abteilung hielten die Fran- zosen Einzug. Bei ihnen steht deshalb ein Nachbau des Eiffelturms. Ganz so zufällig war die Zuteilung der Charaktere aber nicht. «Wir vom Organisationskomitee haben das grobe Überthema bestimmt, die konkreten Ideen – auch für die Erfindungen – haben aber die Leiter eingebracht», sagt Stadelmann.

Wann ein nächstes solches Lager stattfinden wird, ist unklar. Vor sechs Jahren gab es das erste in dieser Art – und vor drei Jahren wurde der Entschluss gefasst, ein nächstes Lager zu planen. «Es steckt viel Arbeit dahinter, für die Organisation braucht es mindestens zwei Jahre», sagt Stadelmann.

In die Gruppe der Kinder kommt Bewegung. Jetzt geht es weiter mit einem Orientierungslauf – täglich stehen zwei Stun- den Sport auf dem Programm. Und dann sind da noch viele Geländespiele oder Basteleinheiten – langweilig wird es den Kindern bis am Donnerstag bestimmt nicht.