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WÄLDI: Leni ist kein Stubenhocker

Am Wochenende finden in Wäldi die Prüfungen für Hütehunde der Regionalgruppe Seerücken statt. Was macht ein Hütehund eigentlich? Ein Besuch auf der Schafweide von Erwin Schenk und bei seiner Border-Collie-Hündin Leni.
Ruth Bossert
Erwin Schenk mit seiner Hütehündin auf der Schafweide. (Bild: Ruth Bossert)

Erwin Schenk mit seiner Hütehündin auf der Schafweide. (Bild: Ruth Bossert)

WÄLDI. Erwin Schenk (52) aus Affeltrangen öffnet die Hecktüre seines knallgelben Geländefahrzeugs. In der Hundebox warten die beiden Border Collies auf ihren Einsatz. Leni, seine 12jährige «Old Lady» springt aus dem Auto und zittert am ganzen Körper vor Anspannung. Wann endlich kommt der Befehl? Die Herde, ungefähr 20 Schafe und zwei Lamas, sind weit weg und fressen ruhig weiter.

Der Hütehund bellt nicht

Dann endlich der erlösende Befehl des Meisters, in englisch. Leni, die feingliedrige, schwarz-weiss gescheckte Hündin prescht in geduckter Haltung und mit nach hinten gekippten Ohren davon. In einer sogenannten Birnenform kreist sie die Schafe ein. Ohne Hektik, ohne Aufregung lassen diese sich von Leni eingrenzen, auch die beiden Lamas trotten mit. Erwin Schenk gibt äusserst ruhig seine Anweisungen. Tanzt ein einzelnes Schaf nur ein paar Schritte aus der Reihe, sorgt Leni blitzschnell dafür, dass das abtrünnige Tier zur Herde zurückkehrt. Leni bellt nicht, einzig ihr scharfer Blick und ihre Ausstrahlung sorgen dafür, dass die Herde zusammenbleibt und in die richtige Richtung trottet.

Ein unerlässlicher Helfer

Ist die Arbeit getan, setzt sich Leni neben den Meister. Schenk lobt ihre Arbeit. «Gut gemacht, Leni.» Schenk besitzt 150 Mutterschafe und ungefähr 120 Lämmer, weitere 30 werden in den kommenden Wochen noch zur Welt kommen, erzählt der gelernte Metzger, der als Haupterwerb eine Lohn-und Hausmetzgerei in Bänikon führt und als zweites Standbein die Schafzucht betreibt. «Beim täglichen Einholen der Tiere zur regelmässigen Kontrolle, aber auch beim Weidewechsel, beim Schären oder Aussortieren von Einzeltieren, sind Hütehunde unerlässlich für mich», sagt Schenk.

Collies haben es ihm angetan

Schon in seinen Jugendjahren hielt Schenk Schafe, später konnte er kontinuierlich aufstocken, und um seine Arbeit zu erleichtern, schaffte er vor 25 Jahren seinen ersten Border Collie an. Er besuchte einen Ausbildungskurs für Hütehunde und war begeistert von der Intelligenz dieser Hunde. Vor 15 Jahren ist er der Regionalgruppe Ostschweiz des Dachverbandes der Swiss Sheep Dog Society SSDS beigetreten und gründete im 2008 zusammen mit andern Haltern von Border Collies die Regionalgruppe Seerücken. «Jeder Border Collie hat seine eigene Persönlichkeit, doch grundsätzlich sind sie alle aufgeweckt, aufmerksam und anpassungsfähig.» Ein Boder Collie liebe es, geistig und körperlich zu arbeiten.

Lamas schützen die Herde

Für die Ausbildung des Junghundes sind laut Schenk Gänse, Enten und Schafe am besten geeignet. Und wozu die Lamas in der Herde? «Wenn die Lamas dabei sind, machen sich keine Füchse und Dachse an die Lämmer heran», erklärt Schenk. Border Collies können die Herde nicht beschützen, denn bei der Züchtung werden Eigenschaften wie Bellen und Beissen gezielt ausgemerzt.

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