WÄLDI: Helis müssen nicht wegbleiben

Die Golf Lipperswil AG hat das Baugesuch für einen Helikopterlandeplatz zurückgezogen. Die Anwohner haben sich erfolgreich dagegen gewehrt. Es kann trotzdem sporadisch zu Flügen kommen.

Nicole D’orazio
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Hier sind Landungen erlaubt: Geschäftsführer Ian Gibbons steht auf dem Hügel, den Helikopter anfliegen dürfen. (Bild: Donato Caspari)

Hier sind Landungen erlaubt: Geschäftsführer Ian Gibbons steht auf dem Hügel, den Helikopter anfliegen dürfen. (Bild: Donato Caspari)

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Die Anwohner des Golfplatzes können aufatmen. Im März war deren Aufregung gross, da die Golf Lipperswil AG ein Baugesuch für einen Helikopterlandeplatz eingereicht hatte (unsere Zeitung berichtete). Dieses wurde nun zurückgezogen. «Wir sind natürlich froh darüber. Es hat sich gelohnt, dass wir uns gewehrt haben», sagt René Reutimann stellvertretend. Verschiedene Anwohner hätten Einsprache gemacht. Ein Gespräch, zu dem die Gemeinde alle Beteiligten eingeladen hatte, sei wenig erfolgreich verlaufen. «Es ging uns darum, dass hier keine Fluglehrer mit ihren Schülern landen können. Das hätte viel Lärm generiert.» Gewerb­liche Flüge seien allerdings nach wie vor erlaubt. «Die können überall landen und es kommt ­immer wieder vor», sagt Reutimann.

Ian Gibbons, Geschäftsführer der Golf Lipperswil AG, bestätigt, dass man das Gesuch zurückgezogen hat. «Wir hatten dieses mit den besten Absichten gemacht», sagt er. «Wir wollten regeln, wo Helikopter bei uns landen dürfen. Deswegen wollten wir einen fixen Landeplatz einrichten.» Dass es Unruhe bei den Anwohnern gegeben hat, tut ihm leid. Auch sei es zu Missverständnissen gekommen. Es sei aber nie die Rede davon gewesen, Flüge für Schulungszwecke zu erlauben. Man wolle keinen Flugverkehr. «Daran hätten unsere Golfer auch keine Freude. Es geht hier um zwei bis drei Landungen im Jahr.»

Piloten müssen anfragen und erhalten Reglement

Helikopter dürfen den Golfplatz auch ohne fixen Landeplatz anfliegen. Flüge zu touristischen und sportlichen Zwecken sind ­allerdings nicht über Wohngebiet und nicht zwischen 22 und 6 Uhr erlaubt. «Dank des Baugesuch-Verfahrens haben wir ein Reglement ausgearbeitet und verfügen über genaue Pläne und Koordinaten, die wir weitergeben», sagt Gibbons. «Die Piloten müssen zuerst bei uns anfragen, ob sie hier landen dürfen.» Die Anflüge seien allerdings nur über die Autobahn und sicher nicht über das Wohngebiet erlaubt. «Wir wollen hier zum Beispiel auch keine Super Pumas.» Lipperswil sei damit der erste Golfclub, der An- und Abflüge reglementiert. Anfragen gebe es nur wenige, sagt der Geschäftsführer.

Es geht um Flüge für einen besonderen Zweck

«Einmal hatten wir zwei Gäste des Golf Panorama Hotels.» Ein anderes Mal hat ein Mann seiner Freundin einen Heiratsantrag ­gemacht und sie mit einem Flug nach Hause überrascht. Und ein drittes Mal hätten sich Golf-Kollegen aus der Zentralschweiz zu einem runden Geburtstag einen besonderen Golftag gegönnt, zählt er auf. «Flüge zu solchen ­besonderen Zwecken sollen möglich sein. Wir fördern diese aber nicht. Und auch von den Golfern her besteht kaum Nachfrage.»

Der Ort für die Landungen bleibt der gleiche wie im Bau­gesuch vorgesehen. «Auf einem Hügel in der Nähe des Haupt­gebäudes», beschreibt Gibbons. Es werden nun aber keine Bodenplatten gelegt, sondern einfach der Rasen kurz geschnitten, wenn sich ein Flug ankündigt. «Unsere Naturschutzkommission ist damit übrigens einverstanden. Sie hat auch empfohlen, keine baulichen Massnahmen vorzunehmen.»