WÄLDI: Die Basis für den Napoleonturm

Nach dem Spatenstich Mitte November haben nun die Bauarbeiten für den Aussichtsturm begonnen. Gemeinde und Trägerverein haben unterdessen auch einen Baurechtsvertrag für 100 Jahre unterschrieben.

Kurt Peter
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Derzeit laufen die Betonierungsarbeiten für den Sockel des Napoleontrumes beim Weiler Hohrenrain. (Bild: Andrea Stalder)

Derzeit laufen die Betonierungsarbeiten für den Sockel des Napoleontrumes beim Weiler Hohrenrain. (Bild: Andrea Stalder)

Kurt Peter

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch

Es wird betoniert beim Standort Hohenrain in Wäldi. Die Betonplatte bildet das Fundament für den 38 Meter hohen Aussichtsturm «Belvedere». Nach den Verzögerungen aufgrund der Detailplanungen des definitiven Kostenvoranschlages gehe es nun Schritt für Schritt vorwärts, erklärt Karl Möckli, Präsident des Fördervereins. Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Realisierung sei der Baurechtsvertrag mit der Gemeinde Wäldi, der die Parzelle gehöre. «Der Vertrag ist inzwischen unterzeichnet, er gilt für 100 Jahre mit Option auf Verlängerung.» Möckli hofft nun auf einen Winter, der «keine sibirischen Temperaturen oder massenhaft Schnee bringt». Denn dann könne das Ziel, den Turm am 20. Mai 2017 einzuweihen, auch eingehalten werden.

Zwanzig neue Parkplätze

Zu Diskussion vor allem bei den Anwohnern hatte die Parkplatzsituation geführt. Am Turm selber sind keine geplant, dies war auch eine Bedingung des Kantons. Im Baugesuch wurden fünf bestehende Park- oder Stellplätze bezeichnet. Drei befinden sich auf Ermatinger Gemeindegebiet, unter anderem beim Forsthof. Der Fussweg zum Turm beträgt zwischen 1,5 Kilometer und 800 Meter. Der Gemeinderat Wäldi seinerseits hat ein Gesuch für den Bau von 20 Parkplätzen auf der Parzelle 493 in Turmnähe eingereicht und das Parkverbot im Weiler Hohenrain neu geregelt. Gegen das Baugesuch sind keine Einsprachen eingegangen. Eine Erfolgsgeschichte ist die Finanzierung des Aussichtsturms. Neben den Beiträgen der Gemeinde und des Kantons galt es, Firmen und Privatpersonen zu überzeugen. Anlässlich der Jahresversammlung am 18. April konnte Karl Möckli mit Stolz ­vermelden: «Unterdessen haben wir unser Ziel sogar übertroffen, der Verein hat bis jetzt rund 895000 Franken gesammelt.» Besonders beliebt waren die 200 Stufen, die zu je 1000 Franken verkauft wurden. Im exklusiven Hunderter-Club hingegen hat es noch Platz: «Aber mit 68 Mitgliedern kann ich auch gut leben», erklärt Möckli.

Kurioses, Lustiges und Wissenswertes

Die 50 Tafeln an der Turmtreppe, die sich mit geschichtlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und geologischen Aspekten der Region beschäftigen, sind inzwischen fertig getextet und auf der Homepage anzusehen. Die Geschichte beginnt vor etwa acht Millionen Jahren: «Die Bildung des Säntismassivs als letzte Alpenkette soll schon vor 14 Millionen Jahren die Vulkantätigkeit im Hegau ausgelöst haben. Eine mehrere hundert Meter dicke Ascheschicht wird während der letzten Eiszeit wieder weggeschoben.» Und sie endet ab 2000: «Die einsetzende Digitalisierung, Vernetzung, Globalisierung und dauernde Erreichbarkeit prägen das wirtschaftliche und soziale Leben neu.» Dazwischen kommen die ersten Waschmaschinen ins Dorf, Telefone, das Frauenstimmrecht, die Bundesverfassung, das Konzil und vieles mehr.