WÄLDI: Ab in die Höhe

Der Vorstand des Fördervereins gibt grünes Licht. Der Napoleonturm «Belvedere» zu Hohenrain in Wäldi wird definitiv gebaut. Im nächsten Frühling soll die Attraktion schon fertig sein.

Urs Brüschweiler
Merken
Drucken
Teilen
Urs Keller, Markus Thalmann, Karl Möckli und Peter Dransfeld freuen sich, dass der Turmbau jetzt beginnen kann. (Bild: Andrea Stalder)

Urs Keller, Markus Thalmann, Karl Möckli und Peter Dransfeld freuen sich, dass der Turmbau jetzt beginnen kann. (Bild: Andrea Stalder)

WÄLDI. Die vier Männer strahlten mit der Sonne um die Wette. Sie sind fast an ihrem Ziel angelangt: dem Wiederaufbau eines Aussichtsturms «Belvedere» im Wäldemer Weiler Hohenrain, ähnlich jenem, der 1829 durch den späteren Kaiser Napoleon III. initiiert und 1855 wieder abgebrochen worden war. Vor viereinhalb Jahren hatte sich zu diesem Zweck ein Verein gegründet. Die engagierten Mitglieder trieben die Idee seither voran, erstellten Pläne, diskutierten, und vor allem sammelten sie viel Geld für das Projekt. Die Baubewilligung liegt schon länger vor. Im letzten April waren die nötigen 875 000 Franken von Privaten, Gemeinden und aus dem Lotteriefonds zugesichert, und die Mitgliederversammlung erteilte dem Vorstand die Kompetenz zur Baufreigabe. Nun ist es so weit. Die geschätzten Kosten für den Turm sind auch nach Einholung der Offerten nicht gestiegen. «Am 5. September hat der Vorstand einstimmig entschieden, den Bau in Angriff zu nehmen», sagte Präsident Karl Möckli gestern. Man habe jetzt auch die Rechnungen an die Sponsoren verschickt und dabei sogar positive Rückmeldungen erhalten. «Ich habe das noch nie erlebt, dass sich jemand bedankt für eine Rechnung.»

Spatenstich zum Anfang des Winters

Architekt Peter Dransfeld berichtete, dass man bereits für 750 000 Franken Arbeiten vergeben habe. «Es sind alles Thurgauer Firmen, die meisten sogar aus der nächsten Umgebung.» Der Zeitplan sehe vor, im November die Baupiste zu erstellen. Im Winter folgten die Baumeisterarbeiten. Und gegen den Frühling hin würden die Holzelemente erstellt und mit einem grossen Kran aufeinander gesetzt. Die Eröffnungsfeier im März oder April sei in Planung.

Markus Thalmann warb für weitere Mitglieder im sogenannten 100er-Club. 38 Plätze seien noch zu vergeben. Diese Sponsoren zahlen maximal 5000 Franken an den Turm. Je mehr mitmachen, desto weniger zahlt jeder einzelne von ihnen.

Urs Keller hat derweil ein ausgeklügeltes didaktisches Konzept erstellt, damit der Turm auch einen Bildungsauftrag erfüllt. Viel Wissenswertes aus der regionalen Geschichte werden zum Beispiel Schulklassen erfahren können, wenn sie einst den Turm besuchen. Das Konzept wird durch eine neue Internetseite begleitet. Auch ein Waldlehrpfad vom Ermatinger Forsthof Stöcklerhau zum Turm soll entstehen.