Vorsätze

Es ist erst drei Tage jung, das neue Jahr. Und sind wir ehrlich, so ist ein Grossteil der Vorsätze bereits überholt, wenn nicht geplatzt. Warum nur haben wir uns so viel vorgenommen.

Christoph Sutter
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Es ist erst drei Tage jung, das neue Jahr. Und sind wir ehrlich, so ist ein Grossteil der Vorsätze bereits überholt, wenn nicht geplatzt. Warum nur haben wir uns so viel vorgenommen. Warum haben wir uns überhaupt was vorgenommen? Wir sind ja keine Politiker, die Wahlversprechen machen müssen, an denen sie dann vier Jahre lang gemessen werden und die sie eben solange einengen und peinigen.

Weniger zu essen war am Silvester ja auch nicht ein wirklicher Vorsatz, sondern ein durch die Weihnachtsfresstage geprägter Wunsch, das Wohlgefühl in der Bauchregion wieder herzustellen. Überhaupt wachsen viele Vorsätze aus situativen Momentempfindungen: Mit Blick auf das Fernseh-Silvesterprogramm mit faden Filmen nimmt man sich vor, im neuen Jahr öfters ins Roxy zu gehen und einen tollen Film anzusehen. Oder den nächsten Silvester bei Hälgs Fondue im «Fabrikli» zu geniessen. Vielleicht gar den Silvestertreff vor der alten Kirche zu besuchen. Oder auf einem der Bodenseeschiffe das tolle Silvesterprogramm mit Livemusik und Topkulinarik mitzuerleben. Aber eben: Eigentlich sind das keine Vorsätze, sondern verpackte Enttäuschungen, soeben etwas verpasst zu haben.

Deshalb habe ich mir persönlich vorgenommen, hier (in Romanshorn) im Jetzt (3.1.2015) zu leben und weder zu stark im Futur noch im Präteritum zu schwelgen. Denn mich selber und Romanshorn bringen nur die nicht verpassten Augenblicke weiter. In diesem Sinne: Allnä ä guäts neus Johr!