Vorgehen wirft Fragen auf

Die geplanten Stelen in den beiden Zentrumskreiseln von Amriswil gefallen nicht allen. Stimmen werden laut, die eine andere Kreisel-Gestaltung fordern. Doch die Stadt hält an ihrem Entscheid fest: Die Stelen sollen es sein. Eine Kunstinstallation im Zentrum also, die auf Widerstand stösst.

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Die geplanten Stelen in den beiden Zentrumskreiseln von Amriswil gefallen nicht allen. Stimmen werden laut, die eine andere Kreisel-Gestaltung fordern. Doch die Stadt hält an ihrem Entscheid fest: Die Stelen sollen es sein. Eine Kunstinstallation im Zentrum also, die auf Widerstand stösst. Da werden Erinnerungen an die Mocmoc-Geschichte in Romanshorn wach.

Auch dort hat sich die Stadt über den Protest der Bürgerinnen und Bürger hinweggesetzt, um nicht auf einen bereits gefällten Entscheid zurückzukommen. Erschwerend kommt in Romanshorn hinzu, dass das ungeliebte Kunstwerk auf einer unseligen Geschichte aufgebaut ist. So dramatisch ist die Situation in Amriswil nicht.

Aber auch in Amriswil wirft das Vorgehen der Stadt Fragen auf. Der Stadtrat weicht dem Dialog mit der Bevölkerung aus, versteckt sich hinter der Empfehlung der Kulturkommission und erklärt, dass eine Volksbefragung bei dieser bescheidenen Investitionssumme am Ziel vorbeischiessen würde. Dabei hätte es der Stadtrat nun in der Hand, auf die Befindlichkeiten der Bevölkerung einzugehen und sich die Bedenken anzuhören, bevor vollendete Tatsachen geschaffen sind.

Um die Stelen wird ein Geheimnis gemacht, obwohl sich die Verantwortlichen einig sind, dass Erklärungsbedarf besteht. Offene Kommunikation kann aber nie schaden. Selbst wenn der Stadtrat schliesslich bei seinem Stelen-Entscheid bleibt, würde die Bereitschaft zur offenen und öffentlichen Diskussion mit den Kritikern des Kunstprojekts und deren Einbezug in die Entstehung des Kreiselschmucks die Fronten aufweichen.

Was auch immer letztlich in den Kreiseln Alleestrasse und Pentorama steht, es wird ein Symbol sein: Entweder als Sinnbild für eine starre Haltung und das Beharren auf Kompetenzen oder als Sinnbild für einen Prozess, in dem die Stadt auch die unliebsamen Stimmen hört und ernst nimmt.

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch