Vorbilder

Leuchtturm

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Als Leuchtturm wird laut Wikipedia ein Turm bezeichnet, der eine Befeuerung trägt und nachts weithin sichtbare Schifffahrtszeichen sendet und der sicheren Einfahrt der Schiffe in den Hafen dient. Moderne Navigationshilfen schmälern zwar heute deren Bedeutung, können den Leuchtturm aber nicht vollständig ersetzen.

Wenn man unter dem Stichwort «Leuchtturm Romanshorn» googelt, erscheinen allerlei Artikel, so etwa zum Claro-Laden, zum Bodansaal oder dem Plus-Energie-Haus. Meist steht das Wort aber in Anführungszeichen. Man kann aber auch Folgendes lesen: Der Romanshorner Leuchtturm wurde vor 1910 gebaut, bestand aus einem achteckigen Haus mit Glockenturm. 84 Jahre habe er mit weit herum hörbarem Schlagwerk seinen Dienst getan. 1978 sei seine Zeit abgelaufen. Er wurde abgebrochen und durch eine rein funktionale Plattform ersetzt, was nicht allen gefiel. Ein Komitee sammelte 35000 Franken für den Bau einer originalgetreuen Nachbildung. 1989 wurde das Replikat enthüllt. «Mit dem Leuchtturm wird es nun möglich, den deutschen Landsleuten jeden Abend einen Gute-Nacht-Gruss rüberzuschicken», soll der damalige Gemeindeammann gesagt haben.

Im übertragenen Sinn werden also Bestrebungen, von denen eine Vorbildfunktion ausgeht, gerne als «Leuchtturm» bezeichnet. Der alte Leuchtturm ist also letztlich auch einer in Anführungsstrichen. Dasselbe gilt für diese Rubrik. Es wäre schön, wenn davon ab und zu eine Signalwirkung zum Innehalten, Schmunzeln oder Grüs sen über Grenzen hinweg ausginge.

Brigitt Loretan

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