Voraussetzungen in Muolen sind gut

In Muolen soll mit einem Vernetzungsprojekt die landschaftliche Artenvielfalt erhalten und gefördert werden. Landwirte können ihr Interesse am Projekt bis Ende Januar anmelden.

Rudolf Käser
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MUOLEN. In Muolen gibt es 55 landwirtschaftliche Betriebe mittleren bis grösseren Umfangs. Die landwirtschaftliche Nutzfläche umfasst 940 Hektaren, und die Gemeinde ist geprägt von 11 000 Hochstammbäumen. Erich Frick, Lehrer und Berater am Landwirtschaftszentrum Flawil, bezeichnete die guten Voraussetzungen Muolens für eine ökologische Vernetzung als Chance.

Mitmachen zahlt sich aus

Erich Frick legte den 46 anwesenden Besucherinnen und Besuchern eines Informationsanlasses die Bedingungen für die ökologische Vernetzung dar. Im Grundsatz sei das Ziel der Vernetzung der Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt. Dazu gehörten extensiv genutzte Wiesen, wenig intensiv genutzte Wiesen, Streue, Hecken, Feld- und Ufergehölze, Hochstammobstbäume, extensiv genutzte Wiesen. Die Vernetzung beschränke sich auf Landwirtschaftsbetriebe und beruhe auf Freiwilligkeit. Um am Vernetzungsprojekt teilzunehmen und Öko-Beiräge zu erzielen, müssten 7 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche als ökologische Ausgleichsflächen ausgewiesen sein.

Der Referent legte dar, dass sich eine Teilnahme an der ökolgischen Vernetzung rechnen würde. Denn nach einer einmaligen Kostenbeteiligung für die Erarbeitung des Vernetzungsprojektes würden in einer Sechsjahresperiode über viermal höhere Beiträge ausgeschüttet.

Unter den Anwesenden regte sich auch Misstrauen. «Wird der Bund nach den zuletzt erlebten Enttäuschungen in der Agrarpolitik sein Versprechen halten?», hinterfragte ein Besucher. Ein anderer Landwirt bemerkte, ob der Bund beabsichtige, in der Schweiz einen Garten oder gar ein Museum zu errichten. «Werden wir nicht zu Hobbygärtnern?», fragte er. Frick vermochte teilweise zu beschwichtigen. Grundsätzlich würden die Entscheidungen bei der Politik liegen. Doch die Aussichten für die Weiterführung der ökologischen Vernetzung bezeichnete er als gut.

Warten auf Rückmeldungen

Gemeindepräsident Bernhard Keller wies darauf hin, dass ein Anlauf zur ökologischen Vernetzung im Jahr 2001 gescheitert war, weil viele Landwirte die Zeit dafür als noch nicht reif befunden hätten. Mittlerweile seien die Erfahrungen auch in umliegenden Gemeinden wie Wittenbach oder Waldkirch durchaus positiv.

Von einem Besucher wurde eine umfangreiche Grundlagenerarbeitung gefordert. Gemeindepräsident Bernhard Keller versprach, dass eine solche stattfinden werde. Dazu bedürfe es auch Einzelgespräche. Bis Ende Januar 2013 erwartet die Gemeinde Rückmeldungen interessierter Landwirte. Sie wird bei genügendem Interesse das Projekt bearbeiten lassen. Frick vertrat die Ansicht, dass genügend Zeit bestehen würde, um die ökologische Vernetzung in Muolen ab dem 1. Januar 2014 anlaufen zu lassen.