Voraus- und Querdenker gefragt

Für den Thurgau und die Region Bischofszell sei das 100-Jahr-Jubiläum der Bina ein Glücksfall, sagte Regierungsrat Bernhard Koch beim Empfang für Politiker und Wirtschaftsvertreter.

Alois Degenhardt
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Heidi Grau Gemeindeammann von Zihlschlacht-Sitterdorf

Heidi Grau Gemeindeammann von Zihlschlacht-Sitterdorf

BISCHOFSZELL. Festorganisator Aurelio Wettstein, für Bernhard Koch der lange Arm der Bischofszell Nahrungsmittel AG (Bina) in Schule und Politik, schüttelte Hände, begrüsste die 120 geladenen Gäste aus dem In- und Ausland und hielt Unternehmensleiter Mark Aegler den Rücken frei für zwanglose Gespräche mit den Besuchern. Der Empfang mit Führung durch Teile der Produktion und anschliessendem Nachmittagsprogramm war einer der Höhepunkte in der Festwoche zum 100-Jahr-Jubiläum.

40 Auszubildende unterstützten den Personalchef als Assistenten und demonstrierten so den hohen Stellenwert der Nachwuchsförderung im Unternehmen.

Grösster privater Arbeitgeber

Der gut gelaunte Regierungsrat, als früherer Stadtammann von Bischofszell stets um eine gute Kooperation mit dem Lebensmittelunternehmen bemüht, zeigte sich als Bischofszeller besonders erfreut, die Glückwünsche der Thurgauer Regierung überbringen zu dürfen.

Er erinnerte an die Entstehungszeiten der Fabrik, als noch niemand geahnt hatte, dass sie einmal zum grössten privatwirtschaftlichen Arbeitgeber im Thurgau aufsteigen würde. Mit Rüebli und Erbsen gestartet, gehöre die Bina aber keineswegs zu den sprichwörtlichen Erbsenzählern, sondern zeichne sich durch Innovationsfreude und Investitionskraft aus.

Der jubilierende Betrieb habe in den letzten 100 Jahren Bischofszeller und damit Thurgauer Geschichte geschrieben, so Koch weiter. Die Bina gelte als grösster Lehrlingsausbildner im Kanton, helfe dem Staat, seine finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen, und sei mit unzähligen Abnahmeverträgen ein zuverlässiger Partner der regionalen Landwirtschaft. Die Bina habe in den letzten Jahren jährlich rund 20 Mio.

Franken in Anlagen und Bauten investiert und verdiene Dank und Anerkennung auch für ihr Engagement im kulturellen Umfeld. «Ich sehe der Zukunft dieses Vorzeigeunternehmens, in dem sich Fleiss, Klugheit, Innovationsgeist und Beharrlichkeit paaren, optimistisch entgegen», beendete Koch seine Festansprache.

Modern und leistungsfähig

Zu Wort meldete sich auch Jules Kyburz, langjähriger Präsident des Migros-Genossenschaftsbundes und heute an der Spitze der Gottlieb-und-Adele- Duttweiler-Stiftung.

Alt, unübersichtlich und baufällig habe er das Unternehmen erlebt, als er vor über 50 Jahren zum erstenmal Bischofszell besuchte. Heute sehe er eine der modernsten, innovativsten und leistungsfähigsten Lebensmittelfabriken vor sich, auf welche die Migros und Bischofszell stolz sein könnten. Weltweit habe kein Konkurrent so gute Voraussetzungen, die eigene Identität zu wahren und zu mehren.

«Heute sind wieder Voraus- und Querdenker gefragt, die Ideen aus der eigenen Erfahrung und Kultur heraus entwickeln, wie die vielen Beispiele aus der Bina zeigen», würdigte Kyburz abschliessend die Erfolge des Unternehmens.

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