Von zwei bis neunzig

«Musik und Erzählung» stand über der Lesung aus dem Werk von Wilhelm Busch. Im Musikzentrum ist diese Woche immer was los.

Hedy Züger
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Das Musikzentrum präsentiert sich diese Woche in seiner ganzen Vielfalt dem Publikum. (Bild: Hedy Züger)

Das Musikzentrum präsentiert sich diese Woche in seiner ganzen Vielfalt dem Publikum. (Bild: Hedy Züger)

Die Idee zu «Arbon musiziert» bot sich vor 15 Jahren, als alle Musikschaffenden im Musikzentrum zu einem Projekt vereinigt wurden. Inzwischen bestreitet die Musikschule das Programm allein, es erstreckt sich jeweils über eine Woche. Leo Gschwend wies auf das breitgefächerte Alter der Teilnehmenden hin, Kinder und Erwachsene entwickeln sich im Musikzentrum musikalisch und tänzerisch weiter: «Sie bewegen sich von zwei bis neunzig Jahren.»

Wilhelm Busch allgegenwärtig

Die Stadtbibliothek wollte durch ihren Impuls an die Musikschule an das Todesjahr von Wilhelm Busch (1832–1908) erinnern. Nach einem abgebrochenen Studium am Polytechnikum liess sich Busch in Antwerpen und München zum Maler ausbilden. Der ganz grosse Durchbruch blieb ihm im einen wie im andern Fach versagt, obwohl er als Zeichner wie als Dichter unsterblich ist. Wer sich mit Versen versucht, blickt mit Bewunderung auf jeden einzelnen Vierzeiler von Busch: meisterhafte Sprache, skurril, Zeitbild. Wer Wilhelm Busch sagt, denkt an Max und Moritz, die unter den berühmtesten Figuren des dichtenden Malers sind. Sein Werk ist umfangreich. Es rückte am dritten Abend von «Arbon musiziert» in den Mittelpunkt.

Zum Vers die passende Musik

Die Texte, von denen die meisten nicht zu den einst auswendig gelernten gehören, las Heinz Wüthrich. Dazu gehörte Herminchens Tanzvergnügen, das sie mit Kletterkünsten erschlich und im Spalier hängend büsste. Buschs Gedichte wurden mit Musik aufgelockert, die deren Thema aufnahm: Zu «Lieder eines Lumpen» bekam das Publikum etwa «Tom Dula» und «Rote Lippen soll man küssen» zu hören.

Musikschüler und Lehrer wirkten bei der Umsetzung mit: die Violinklasse Zellweger, Querflötenklasse Bischofberger, Gitarrenklasse Rohner, Blockflötenklasse Stingelin, Klarinettenschüler der Klasse Dorner. Die kleinen und grossen Interpreten vermittelten ein vergnügliches Erlebnis.

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