Von Spielplatz zu Spielplatz

Ausflugserie (17/24): Der Familienweg Bodensee führt Velo-taugliche Familien zu Spielplätzen, Badis, Museen und Grillstellen. Nur schon auf dem Abschnitt zwischen Romanshorn und Arbon lässt sich ein Tag verbringen.

Christof Widmer
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Hoch hinaus: TZ-Redaktor Christof Widmer testet mit Familie und Opa den Kletterturm auf dem Spielplatz Arbon. (Bild: Reto Martin)

Hoch hinaus: TZ-Redaktor Christof Widmer testet mit Familie und Opa den Kletterturm auf dem Spielplatz Arbon. (Bild: Reto Martin)

ARBON. Eines kann man auf diesem Weg gleich in den See schmeissen: den Zeitplan. Auf der Velofahrt dem See entlang gibt es genug Ablenkung für Kinder und Erwachsene. So vergehen in der Romanshorner Parkanlage Minuten, bis nur schon erklärt ist, was ein Bambuswäldchen ist, wo diese Pflanzen her kommen, welche Tiere ihre Knospen gerne essen und dass der Besen zu Hause tatsächlich einen Bambusstil hat. Kurz darauf führen breite Tritte zum See hinunter. Auch die wollen begangen werden. Wer wagt sich weiter vor, bevor die nächste Welle wieder auf die Stufe schlägt? Steigt an diesem Sommertag ein Kind zu weit hinunter, macht das nichts: Die Kleider sind rasch wieder trocken.

Dabei hat die Rasselbande eben erst den Spielplatz von Romanshorn erkundet. Die gepflegte Anlage liegt im Seepark zwischen Bäumen und Gebüsch, in der Nähe des Seeufers. Hier warten gleich zwei Kletteranlagen mit Leitern, Netzen, Stegen, Türmen und Rutschbahnen. Vier Kinder rennen auf den Spielplatz und wissen zuerst gar nicht, wohin. Sie verteilen sich dann auf dem Gerät. Auch die Kleinste kann sich problemlos zur Rutschbahn hocharbeiten und purzelt unten wieder raus. Wer aufs WC muss, dem steht gleich nebenan die sehr saubere öffentliche Toilette zur Verfügung.

Lastwagen fährt von der Fähre

Noch einmal die Rutschbahn runter, dann heisst es aufbrechen. Ziel ist Arbon, wo der nächste Spielplatz auf dem Familienweg Bodensee wartet. Zunächst durch den Seepark, dann vorbei am Romanshorner Hafen – wo der nächste Stop nötig wird. Eine Fähre fährt ein. Über das Hafenbecken lässt sich das Manöver verfolgen. Bald ist zu sehen, wie der Lastwagen von der Fähre rollt. «Geht dort die Strasse einfach weiter», will eines der Kinder wissen. «Genau: In Friedrichshafen hört sie auf und in Romanshorn fängt sie an.»

Weiter geht es der Bahn entlang, durch Aussenquartiere ins Grüne durch dichte Apfelanlagen. Bald kommt Egnach. Dann der Bahn entlang. Der See liegt hier zwar auf der anderen Seite der Bahn. Ein Schilfgürtel oder Strandhäuser stehen meist ohnehin im Weg. Etwa auf halber Strecke lockt das Strandbad Wiedehorn zur Mittagspause. Hier kann man nicht nur baden, sondern auch im Restaurant am See etwas essen.

Gestärkt geht es am Nachmittag weiter auf dem Veloweg. Er führt vorbei am Campingplatz Buchhorn – auch hier wartet eine Badi – und am Strandbad Arbon, aber eben: der Zeitplan. Unterhalb des Schlosses liegt das Ziel der Fahrt unmittelbar neben dem Weg: der Arboner Spielplatz.

Er liegt zwischen Schlosshügel und Seepromenade. Vom Hügel führt eine Rutschbahn herunter, die sogleich von den Buben getestet wird. Zum Hit für sie entwickelt sich aber der Kletterturm. Um die Stange in der Mitte sind Seile gespannt, die zur Spitze führen. Sie wird erklommen, dass es Mama und Papa angst und bang wird. Opa dagegen bleibt gelassen.

Weiter vorne steht ein Holzzügli auf einer Schiene. Mit einem Seilzug lässt sich das Gefährt in Bewegung setzen. Vier Kinder passen problemlos darauf. Die einen hüpfen während der Fahrt herunter und hinauf. Und noch weiter vorne, gleich beim Weg, steht ein alter Traktor. Es ist ja nicht so, dass die Kinder auf dem Bauernhof nicht täglich mit einem Traktor mitfahren könnten. Aber jener auf dem Spielplatz muss einfach getestet werden. Zur eigentlichen Attraktion an diesem heissen Tag wird aber der Rasensprenger, den der Gärtner aufgestellt hat, um die Rasenfläche grün zu halten. Man muss es heute einfach herausfordern.

Von Bad Ragaz bis Schaffhausen

Die Strecke von Romanshorn bis Arbon ist nur ein Abschnitt des Familienwegs Bodensee. Er hat ursprünglich vier Spielplätze und weitere Attraktionen von Romanshorn bis Rorschach verbunden. Inzwischen führt die Familienroute Bodensee–Rhein von Bad Ragaz bis Schaffhausen. Auf dem beschilderten Veloweg sind aber nicht nur Spielplätze, sondern auch andere Familienattraktionen signalisiert, etwa Grillstellen, Badis und Museen. So bietet der ebene Veloweg für Kinder aller Altersstufen geeignete Stationen. Unterwegs mit kleineren Kindern reicht bereits der beschriebene Abschnitt für ein Tagesprogramm.

Bild: CHRISTOF WIDMER

Bild: CHRISTOF WIDMER