Von Gang zu Gang gewandert

WEINFELDEN. Am Samstag waren 620 Teilnehmer an der 11. Thurgauer Gourmet-Wanderung am Südabhang des Ottenberges dabei. Die Veranstalter durften viel Lob und Anerkennung für den Anlass entgegennehmen.

Werner Lenzin
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Gourmet-Wanderer unterwegs in Richtung Bründlerberg. (Bild: Werner Lenzin)

Gourmet-Wanderer unterwegs in Richtung Bründlerberg. (Bild: Werner Lenzin)

Dem Föhn sei's gedankt. Bald lichten sich die Nebelschwaden über dem Thurtal, und herbstliche Sonnenstrahlen sorgen für einen wärmenden Empfang der 620 Gourmet-Wanderer auf dem Pestalozzi-Schulhausplatz. Mit dabei mit seiner Gattin und einem befreundeten Ehepaar ist auch Meinrad Berther aus Wängi: «Wir haben die Wanderung von unserer Tochter als Geschenk erhalten und freuen uns auf die Gegend, den Wein, das Essen und die Geselligkeit.» Das Leuten der Glocke ist das Startzeichen: Die Gruppe startet froh gelaunt auf den zehn Kilometer langen Rundkurs. Durch Weinfelden hindurch geht's in östlicher Richtung hinauf dem Bründlerberg entgegen. Bald rinnt der Schweiss von der Stirn. Aus der Ferne grüsst das imposante Panorama der Churfirsten und des Säntis.

Bei der Vorspeise Duzis gemacht

Willkommen sind die Plätze unter den Zelten beim Weingut Wolfer. An den festlich geschmückten Tischen sitzen auch Valeria und Reinhard Baldauf aus Kreuzlingen. «Wir sind schon zum zweitenmal dabei. Das ist ein super Anlass, der den Namen Gourmetwanderung verdient», sagen die beiden. Dann geniessen die Gäste die von Daniel Franz und seinem Team servierte Vorspeise: Lachsterrine mit Thurberg Krautsalat und Wakame, dazu einen feinen Tropfen Müller Thurgau von der Familie Wolfer. Bald heisst es aber wieder Aufbruch. Nochmals geht es steil hinauf ins Bühl. Von Ferne schlägt es 12 Uhr von der Weinfelder Kirche, und serviert wird von Thomas Bodenmann und seiner Crew eine Thurgauer Siedfleischsuppe mit Flädli und Gemüse. Ins Gespräch vertieft unterhält man sich mit dem Gegenüber. «Wir sind zum zweitenmal als gebürtige Weinfelder aus Donzhausen dabei», erzählen Christa und Jakob Reinli. Sie kennen das Angebot der Region und finden es toll, dass so etwas veranstaltet wird: «In der Bodenseegegend sollten noch mehr solche Anlässe stattfinden. Markus Müller vom Rebgut «Sunnehalde» serviert mit witzigen Worten seinen süffigen Federweissen 2014 – und schon ist man mit den Tischnachbarn per Du. Fröhlichkeit und Geselligkeit herrschen im Festzelt mit einmaliger Kulisse im Hintergrund und ein Wanderer sagt: «Ich habe die Gegend unterschätzt und bin überrascht von der hervorragenden Weinqualität.» Im willkommenen Schatten des Waldes führt der Weg unterhalb des Schlosses weiter.

Im Hagholz wartet der Hauptgang auf die gut gelaunten Wanderer: Reto Lüchinger und seine Mitarbeitenden servieren ein Duett von Thurgauer Wildschweinragout und Weinfelder Rindsragout mit Thurtaler Kartoffelstock und Spätsommer-Gemüse. Dazu ein Pinot Noir Auslese vom Weingut Burkhart.

Per Kutsche zurückgefahren

Im Schlossgut Bachtobel geniesst auch Franziska Schnyder aus Berg zusammen mit ihren Begleitern das Thurgauer Chäseplättli und den Wein No2 2013: «Ich bin zum erstenmal dabei und geniesse die gemütliche Atmosphäre mit Freunden beim Wein.» Östlich von Boltshausen warten Kutschenwagen. Dankbar nimmt man die Gelegenheit wahr, sich nach Weinfelden zurückfahren zu lassen. Im Traubensaal sorgen Gastgeber Jürg Langer und seine Helfer für ein herrlich mundendes Dessert: Apfel, Nuss und Birne. Dazu schenken Tanja und Benno Forster ihren «Wyfelder Portwy» aus.