Von der Migrantin zur ­Integrationsbeauftragten

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Amriswil Schon seit vielen Jahrzehnten sind Menschen aus Italien, Spanien, Portugal, Griechenland, Slowenien, Ungarn und weiteren Ländern nach Amriswil gekommen, um sich hier ein neues Leben aufzubauen. Sie haben auch die Amriswiler Geschichte nachhaltig geprägt.

Paula Silvas Vater war schon vier Jahre in der Schweiz, als sie im Alter von 18 Jahren aus Portugal ebenfalls einreisen durfte. Bald fand sie eine Arbeitsstelle in einem Romanshorner Betrieb. Doch sie spürte sehr schnell, wenn sie in der Schweiz bleiben und weiterkommen wollte, musste sie sich weiterbilden und vor allem die Sprache erlernen. Konsequent ging die lebensfrohe Portugiesin ihren Weg zur selbstständigen Dolmetscherin und Übersetzerin. Schon bald reifte in ihr der Gedanke, ihr Wissen und ihre Erfahrungen anderen Migranten weiterzugeben. Zu gut erinnerte sie sich an ihre eigene Ankunft, oft an die Ohnmacht und Einsamkeit und ohne zu wissen, wohin sie sich wenden könnte, wenn sie eine Auskunft oder gar Hilfe oder Unterstützung benötigte. Sie nahm sich vor, Integrationswilligen das Leben mit ihrer Unterstützung zu erleichtern. Heute betreut sie mit einem 40-Prozent-Pensum Menschen aus anderen Ländern. Sie erklärt, hilft, sie vermittelt, sie unterstützt und vieles mehr. Oft eine Herkulesaufgabe.

Paula Silva ist am Museums-Sonntag, 3. September, ab 14 Uhr, Gast im Ortsmuseum und erzählt in Wort und Bild über ihre Herkunft und Aufgabe in Amriswil. Das Museum ist geöffnet von 13.30 bis 16.30 Uhr bei freiem Eintritt. (red)