Von der Flamme zum Licht

AMRISWIL. In einer Ausstellung im Bohlenständerhaus Schrofen konnten die Besucher die Entwicklung der Lichtkörper von der Kienspan-Lampe zur Glühbirne bestaunen.

Hugo Berger
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Die Geschichte des Lichts erklärte Kurt Etter (r.) im Bohlenständerhaus. (Bild: Hugo Berger)

Die Geschichte des Lichts erklärte Kurt Etter (r.) im Bohlenständerhaus. (Bild: Hugo Berger)

Die Petroleumlampe über dem Tisch verbreitet nur schwaches Licht. Es riecht nach Rauch und Petroleum. Anna rückt mit ihrer Schiefertafel näher ans Licht. Doch ihre drei Brüder schreiben ebenfalls Hausaufgaben und wollen auch im Hellen arbeiten.

Die Mutter sitzt am Ende des Tisches und strickt. Der Vater hat es sich mit seiner Tabakpfeife auf dem Sofa gemütlich gemacht. «So Kinder, Zeit ins Bett zu gehen», sagt die Mutter. Sie zündet eine Kerze an und begleitet die Kinder die schmale Treppe hinauf ins Schlafzimmer. So oder ähnlich könnte es sich vor rund 150 Jahren zugetragen haben.

Perfekte Kulisse

In diese Zeit zurück führte die Ausstellung zum Thema «Licht ist Leben» im Bohlenständerhaus im Schrofen. Das Kleinbauernhaus aus dem Jahre 1538 bot hierfür die perfekte Kulisse. Kurt Etter dokumentierte die Entwicklung der Lichtkörper von der Kerze über die Talg-, Öl- und Petrollampe bis hin zur Glühbirne auf anschauliche Weise. Die Exponate stammen aus dem Heimatmuseum Donzhausen.

Licht und Feuer

Licht war vor 200 Jahren teuer. Wer sich keine Kerzen leisten konnte, verwendete eine Kienspan-Lampe: ein kleines, harziges Stück Holz, das auf einem Stab festgemacht vor sich hin glomm. Mit einem Spiegel, der hinter der Lichtquelle angebracht wurde, liess sich der spärliche Lichtschein verstärken. Licht und Feuer waren damals Verbündete. Das grösste Augenmerk der Nachtwächter galt der Brandgefahr. Da es keine Strassenlampen gab, gebot es die Höflichkeit, seinen Besucher spät abends mit einer Lampe nach Hause zu begleiten.

Viel Beachtung fand die ehemalige Donzhauser Feuerwehrlaterne. Lange verschwunden, gelangte sie durch Zufall in den Besitz des Museums Donzhausen.

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