Von der Abbruchkugel verschont

Im August nimmt die Primarschulgemeinde das Schulhaus Seegarten in Betrieb. Bereits steht ein nächstes Projekt an: Im Stacherholz soll der Zwischentrakt saniert und ein Anbau erstellt werden. Der Architekturwettbewerb ist entschieden.

Max Eichenberger
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Sabine Hutter und Mirjam Zoller beim Modell des Campus Stacherholz: Mit dem Zwischentrakt im Vordergrund, dahinter rechts der geplante Anbau. (Bilder: Max Eichenberger)

Sabine Hutter und Mirjam Zoller beim Modell des Campus Stacherholz: Mit dem Zwischentrakt im Vordergrund, dahinter rechts der geplante Anbau. (Bilder: Max Eichenberger)

ARBON. Im Herbst 2014 haben sie in St. Gallen ihr gemeinsames Architekturbüro gegründet. An sieben öffentlichen Wettbewerben haben Sabine Hutter und Mirjam Zoller seither teilgenommen; bei einem Gefängnis-Projekt waren sie Zweite. Jetzt haben die beiden 35jährigen Architektinnen reüssiert. Für die Primarschulgemeinde Arbon (PSG) können Hutter und Zoller einen Teil des Campus Stacherholz erneuern und ihn erweitern. Für die Frauen das, was sie sich erträumt haben.

Der Pavillon bleibt stehen

Eine Jury hat unter 61 eingereichten Projektvorschlägen das Konzept der St. Gallerinnen zur Realisierung auserkoren.

Das Siegerprojekt sieht vor, den Zwischentrakt der ursprünglichen Anlage von 1963 zu erhalten, zu sanieren und auf die heutigen Bedürfnisse hin baulich anzupassen.

Zudem beinhaltet das Projekt einen Anbau beim 1972 erstellten Schulgebäude Stacherholz II gegen Westen. Dort sollen in den zwei Obergeschossen vier neue Klassenzimmer entstehen, im Parterre ein Mehrzwecksaal mit Nebenräumen. Dies ermöglicht, die Klassenzimmer mit Gruppenräumen zu versehen. Gesamthaft wird es darum weiterhin 15 Klassenzimmer geben – die Einführungsklasse für Fremdsprachige und eine Kleinklasse eingerechnet.

9 bis 9,5 Millionen Franken

Die Schulbehörde rechnet mit einer Anlagesumme zwischen 9 und 9,5 Millionen Franken. Gemäss Raphael Künzler, der in der PSG-Behörde das Ressort Bau führt, dürfte der Anbau etwas mehr kosten als die Sanierung des Zwischentraktes.

Die Sek hat nach der Aufteilung der früheren Volksschulgemeinde ihre Schulbauten im Stacherholz auf Vordermann gebracht. Der PSG-Zwischentrakt ist als einziger noch im ursprünglichen Zustand und galt – zumindest – als ziemlich sanierungsbedürftig. Auch ein Abbruch und ein Ersatz war eine ernsthafte Option.

Weil die Denkmalpflege den Bau in seiner Gesamterscheinung als «bemerkenswert» klassifiziert hat, hat die Primarschulgemeinde den Fächer bei der Wettbewerbsausschreibung bewusst offen gelassen, erinnert Raphael Künzler. Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer hätten ohne Erhalt des Zwischentraktes geplant.

Architektonische Qualität

Die architektonische Qualität des Vertreters aus den Sechzigerjahren haben Hutter/Zoller dazu bewogen, den Bau nicht niederzureissen, sondern zu erhalten und zu sanieren. Die pavillonartig zusammengesetzte und mit Freiflächen gegliederte, mit den Jahren gewachsene Schulanlage haben Sabine Hutter und Mirjam Zoller beeindruckt. Sie seien viele Male vor Ort gewesen, sagen sie, die auch am Sporthallen-Wettbewerb teilgenommen hatten. Und: «Wir wollen die Anlage so in diesem Geist weiterbauen.»

So sehen die Architektinnen im Zwischentrakt eine neue Nutzungsaufteilung vor. Zudem wird zwischen den Treppenhäusern zentral die Bibliothek, als Glasbau konzipiert, eingefügt. Diese befindet sich heute im Haupttrakt in einem Schulzimmer. Die Werkräume bleiben weiter im Pavillon. Hier sind mit der Logopädie, der Schulsozialarbeit und der schulischen Heilpädagogik weitere zentrale Funktionen integriert.

2019 mit Tagesschulangebot

Schulpräsidentin Regina Hiller zufolge ist damit zu rechnen, «dass wir aufgrund der Anmeldungen im neuen Seegarten-Schulhaus in drei Jahren auch im Stacherholz ein Tagesschulangebot einrichten werden».

Der Zwischentrakt im aktuellen Zustand; er soll erhalten werden.

Der Zwischentrakt im aktuellen Zustand; er soll erhalten werden.