Von den Köpfen aufs Papier

Die Amriswiler Chrischona-Gemeinde hat sich ein Leitbild gegeben, dessen Entwicklung auch durch den Neubau beeinflusst wurde. Es soll zu einer «echten Hilfe» werden.

Roger Häni
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In den letzten Jahren wuchs die Chrischona Amriswil deutlich über die 100er-Grenze hinaus. «Waren es vor zehn Jahren durchschnittlich 120 Gottesdienst-Besucher, so sind es heute über 170», berichtet Pastor Christian Stricker. Von einer familiären Grösse kann da kaum mehr gesprochen werden. Deshalb sei die Idee aufgekommen, die in den Köpfen der Gemeindemitglieder seit eh und je existierenden Leitbilder zu Papier zu bringen, erklärt Stricker. Er spricht von einer Klärung von Fragen wie: «Was ist uns eigentlich wichtig? Was peilen wir an?»

In diese Entwicklung hinein sei der Neubau des Gemeindezentrums gekommen. «Dabei mussten nicht nur viele gemeindebauliche Fragen geklärt werden. Ganz neu stand auch die Frage im Raum, wie sich die Chrischona Amriswil in der Öffentlichkeit präsentieren soll.»

Chrischona bleibt Chrischona

Diskutiert wurde unter anderem der Name. «Chrischona» wecke sehr wohl Assoziationen zu «Hare Krishna» oder «Salami à la Grischun», sagt Christian Stricker. «Als Gemeinde entdeckten wir in dieser Zeit aber, dass in Amriswil die <Chrischona Amriswil> anerkannt ist und bei vielen einen guten Ruf hat – gerade aufgrund der innovativen, nachhaltigen Kinder- und Jugendarbeit, zu der auch die Godi-Arbeit gehört.» Hinzu kämen die wertvollen Wurzeln, die hinter «Chrischona» steckten. Der Wunsch nach einem klärenden Zusatz habe dennoch bestanden. Der Entscheid fiel auf «Chrischona Amriswil – Christliches Gemeindezentrum».

Aufs offene Wasser wagen

Das Leitbild trägt den Titel «Mehr vom Leben – Gott setzt Menschen frei». Visualisiert wird es durch Segelboote. Eine Idee, die den beiden Pastoren-Ehepaaren Amacker und Stricker bei einer Wanderung im Appenzellerland kam, als sie auf den Obersee blickten. Christian Stricker dazu: «Mit dem lebendigen Gott soll es möglich werden, dass ganz viele Menschen, eigenständige Gruppen sich aufs offene Wasser wagen und sie unterstützt von einem kräftigen Wind, dem versöhnenden Jesus Christus, dem allmächtigen Gott, dem Heiligen Geist zu neuen Horizonten aufbrechen.»

Inhaltlich wurde das Leitbild in den Jahren 2006 und 2007 entwickelt und an der Gemeindeversammlung Ende 2007 genehmigt. Ein Jahr später wurde es herausgegeben. «Entscheidend ist, dass das Leitbild nun nicht in einer Schublade verschwindet, sondern es dort eingebracht wird, wo Klärung nötig ist», sagt Stricker. «Es soll zu einer echten Hilfe werden.»