Von Chicken-Wings zur Kunst

Mit Pouletflügeli hat Bruno Stäheli den Waldhof in Langrickenbach bekannt gemacht. Jetzt beschäftigt er sich an selber Stätte mit moderner Kunst. Morgen Freitag zeigt er seine Bilder und Skulpturen erstmals der Öffentlichkeit.

Daniela Ebinger
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Bruno Stäheli zwischen zwei seiner roten Frauenkörper-Skulpturen aus Gips. (Bild: Daniela Ebinger)

Bruno Stäheli zwischen zwei seiner roten Frauenkörper-Skulpturen aus Gips. (Bild: Daniela Ebinger)

WALDHOF. Seit mehr als drei Jahren ist Bruno Stäheli nun pensioniert. Zuvor waren er und sein Restaurant zum Waldhof weitherum beliebt und bekannt für die Zubereitung besonders würziger Pouletflügeli. Heute widmet er sich mit viel Leidenschaft der Kunst. «Wir hatten bei uns im Restaurant über 50 Ausstellungen von ganz verschiedenen Künstlern», sagt der 66-Jährige. Über 15 Jahre ist es her, seit er das erste Mal bewusst einen Pinsel in die Hand nahm. Stäheli erzählt, dass damals in seinem Gasthof viele Aussteller im Pensionsalter waren. «Einige sagten mir, diese schöne Beschäftigung begleite einen bis zum letzten Tag.» Das faszinierte ihn. Seine Bilder malt er mit Pinsel und Farbe sowie verschiedenen Materialien und Techniken. Stäheli experimentiert gerne und probiert Neues aus.

Frauenkörper aus Gips

Die Arbeit an dreidimensionalen Skulpturen findet er ebenso spannend. Seine Werke bestehen aus Holz, Gips, Ytong, Beton, Pappmaché und was ihm sonst gerade gut in der Hand liegt. Stäheli erarbeitet gerne ganze Serien. So entstanden auch vier Frauenkörper aus Gips in verschiedenem Rot sowie das Ehepaar und vieles mehr. Seine Motive gibt er nicht nur gegenständlich wieder, sondern auch abstrakt. «Bei gegenständlichen Arbeiten habe ich ein festes Bild vor mir, doch auch Abstraktes reizt mich sehr.» Diese Form entdeckte Stäheli in einer Fernsehdokumentation über Picasso.

Vernissage in der Schmitte

Die grösste Skulptur unter seinen knapp hundert Werken ist zweieinhalb Meter gross. Die kleinste misst gerade 30 Zentimeter. Fast jede trägt einen passenden Namen. «Diese entstehen meist schon beim Skizzieren auf Papier während der Planung.» Als gelernter Konstruktionsschlosser sei er es sich nicht gewohnt, planlos an eine Arbeit zu gehen. Seine erste Ausstellung eröffnet Bruno Stäheli mit einer Vernissage am Freitag, 12. Juni in der Schmitte im Waldhof. Die Werke sind bis Sonntag, 14. Juni, täglich von 14 bis 19 Uhr zugänglich. Gerne stellt er seine Schmitte auch Nachwuchs-Künstlern zu Verfügung. «Die Räumlichkeiten sind ideal. Ich freue mich auf interessante Gespräche», sagt Stäheli.

www.galerie-schmitte.ch