Vom Tivoli Festival bis «Stille Nacht»

KREUZLINGEN. Die musikalische «Reise durch den Norden» mit der Stadtharmonie Kreuzlingen führte die Zuhörer in eine Traumwelt. Das Konzert war für Blasmusikfans ein Genuss.

Erwin Schönenberger
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Alle im Takt. Dirigent Stefan Roth holt das Letzte aus seinen Musikern heraus. (Bild: Erwin Schönenberger)

Alle im Takt. Dirigent Stefan Roth holt das Letzte aus seinen Musikern heraus. (Bild: Erwin Schönenberger)

Die vielen Zuhörer im Dorfzentrum Bottighofen erwarteten am Sonntagabend einen blasmusikalischen Genuss. Die Stadtharmonie Kreuzlingen enttäuschte sie nicht. Eintauchen ins volle Leben bedeutete der Auftakt mit der «Tivoli Festival Overture» von Søren Hyldgaard. Nach dem Glockenspiel tauchte man musikalisch ein in das turbulente Treiben auf Kopenhagens berühmtem Freizeitpark. Fröhlich, sicher und unbeschwert wirkte das stattliche Orchester unter der Leitung von Stefan Roth in dieser doch sehr anspruchsvollen Komposition. Fast übersah man bei diesem Vortrag, welche technischen Anforderungen zu bewältigen waren. Da erklangen die Kennmelodien aller Fahrgeschäfte und Bahnen gleichzeitig und fügten sich doch zu einer musikalischen Einheit.

Das Letzte herausgekitzelt

Musikalische Vielfalt und die ganzen klanglichen Möglichkeiten des Blasorchesters bekam man in der «Aladdin Suite» von Carl August Nielsen zu hören. Vom Orient bis nach Afrika entführt darin der Komponist die Zuhörer musikalisch in eine Traum- und Zauberwelt. Es war ein besonderer Genuss, dem Dirigenten zuzuschauen, wie er mit seinen Gesten das Letzte aus seinen Musikantinnen und Musikanten herauskitzelte.

Ein Solist der Extraklasse

Mit David Rufer hatte die Stadtharmonie für dieses Konzert einen Posaunen-Solisten zugezogen, der im «Concertino» von Lars-Erik Larsson eine eindrückliche Probe seines Könnens gab, begleitet vom subtil agierenden Orchester. Die moderne Klangwelt, in der dieses Werk angesiedelt ist, war anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig, zeigte aber das ganze Können des Solisten in allen bläserisch-musikalischen Sparten. Zum Schluss präsentierte die Stadtharmonie mit der «Saga Maligna» von Bert Appermont den Höhepunkt des Konzerts. Da gaben alle Register nochmals das Beste, und Stefan Roth fügte das Ganze zu einer bestechenden musikalischen Einheit zusammen. Dass als Zugabe mit «Der letzte Frühling» von Edward Grieg nochmals etwas Nordisches geboten wurde, war fast selbstverständlich. Nach dem lang anhaltenden Applaus des begeisterten Publikums wurde mit «Stille Nacht» zum anschliessenden Apfelpunsch eingeladen.