Vom Stammtisch zum Stillen Has

Vor 25 Jahren verwandelte eine Genossenschaft die Quartierbeiz Frohsinn in ein Kulturrestaurant. Am letzten Wochenende fand die Jubiläumsfeier statt.

Susanna Burgmer
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Rita Rusch (rechts) serviert und organisiert im Restaurant Frohsinn. (Bild: Susanna Burgmer)

Rita Rusch (rechts) serviert und organisiert im Restaurant Frohsinn. (Bild: Susanna Burgmer)

WEINFELDEN. Ein Dutzend Leute übernahmen 1988 die Quartierbeiz «Frohsinn». Wo bis dahin die Leute vom Stammtisch jassten und die Pokale vom Schützenverein in der Vitrine glänzten, wollten sie einen Ort schaffen, wo sich Linke, Grüne und andere Alternative treffen konnten. Dafür riefen die neuen Besitzer, vom Journalisten über die Lehrerin bis zum Anwalt, auch ein Kulturprogramm ins Leben und konnten viele wenig bekannte Künstler engagieren. So traten in den ersten Jahren der Liedermacher Linard Bardill, der Chansonnier Michael von der Heide und die Berner Band Stiller Has für geringe Gagen auf.

Sieben Präsidenten verschlissen

«Was die Gründer geschaffen haben, verdient Respekt», sagte Olaf Martin anlässlich des Jubiläumsfests am letzten Samstag. Seit acht Jahren führt er die Genossenschaft. Martin blickte auch auf die schwierigeren Zeiten zurück: «Sieben Präsidenten und siebzig Vorstandsmitglieder hat die Genossenschaft verschlissen.»

Genossenschaft setzt auf Bio

Schon 1992 musste die Genossenschaft einen mutigen Entscheid fällen, da trotz Freiwilligenarbeit von Mitgliedern die Ergebnisse nicht stimmten. Die Besitzer bauten das Restaurant stark aus, setzten auf Bioqualität und wechselten vom gleichberechtigten Team zur Geschäftsführung.

Was Beizerin Rita Rusch kocht, zieht mittlerweile ein gemischtes Stammpublikum an. So auch am Wochenende, an dem die Berner Brassband Traktorkestar, der Poetry-Slammer Gabriel Vetter und der Musikverein Weinfelden im Festzelt auftraten.

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