Vom Pistenrand aus mitfiebern

Wenn in Lanterswil am Sonntag die Einachser um die Wette rattern, ist John Koller nervös: Einerseits muss er als OK-Präsident zum Rechten schauen, andererseits soll Tochter Arlena die Familienehre retten.

Nicole D'orazio
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John Koller, OK-Präsident des Einachserrennens, und seine Tochter Arlena auf einer Trainingsfahrt mit dem familieneigenen Boliden. (Bild: Donato Caspari)

John Koller, OK-Präsident des Einachserrennens, und seine Tochter Arlena auf einer Trainingsfahrt mit dem familieneigenen Boliden. (Bild: Donato Caspari)

LANTERSWIL. John Koller ist etwas nervös, wenn er vom Einachserrennen in Lanterswil erzählt. Bereits zum fünftenmal wird der Wettkampf mit den speziellen Rennboliden – zum Beispiel ein Rapid-Mäher – am kommenden Sonntag durchgeführt. In den ersten drei Jahren ist Koller selbst in einem renntauglichen Einachser gesessen, nun hat er dafür keine Zeit mehr. «Ich konzentriere mich lieber auf meine Aufgaben als Präsident des Organisationskomitees», begründet er. «Das ist zwar schon etwas schade, aber ich will das Beste für den Anlass.»

Tochter steigt ins Rennen

Auf das Tüfteln und Schrauben in der Garage muss der gelernte Landmaschinenmechaniker deswegen nicht verzichten. Seine Tochter Arlena wird an seiner Stelle mit dem familieneigenen Boliden ins Renngeschehen eingreifen. «Meine Frau, die immer in der schnellsten Kategorie am Start war, muss wegen einer Schulterverletzung leider passen. So muss Arlena die Familienehre retten», sagt er lachend.

Startplätze ausgebucht

100 Piloten werden in Lanterswil in sechs Kategorien antreten. Von der Standardklasse, in der fast alle Teile original sein müssen, bis zu «Eigenbau Open» ist alles vertreten. Die Startplätze waren bereits vor Meldeschluss vergeben und Koller musste Absagen erteilen. «Es freut mich sehr, dass unser Rennen so beliebt ist.» Für einen reibungslosen Ablauf sorgen rund 120 Helfer, die hauptsächlich der Einachser-Club, der für die Durchführung der Rennen 2007 gegründet worden war, stellt.

Punkto Helfer stösst man laut dem OK-Präsidenten Koller an eine Grenze und hat deswegen den Anlass von zwei Tagen auf einen konzentriert. «Es wird für uns immer schwieriger, genügend Helfer zu finden», begründet Koller. Vor allem das Thema Sicherheit für Fahrer und Zuschauer werde grossgeschrieben, was immer viele helfende Hände benötige.

Hoffnung auf neuen Rekord

John Koller erhofft sich von der Konzentrierung auf einen Tag mehr Zuschauer. «Es wäre schön, wenn wir diesmal die 4000er-Grenze knacken würden.» Damit sich möglichst viele Leute das Rennen anschauen könnten, verzichte man auf ein Eintrittsgeld. «Wenn wir Gewinn machen, dann nur mit der Festwirtschaft.» Koller rechnet für den Anlass mit einem Budget von 20 000 Franken und kann dafür auf Sponsorengelder zählen. Glücklicherweise sei den Unternehmen in der Region die Wichtigkeit des Rennens bewusst.

«Es könnte nicht besser laufen. Der Sonntag kann kommen.»

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