Vom Nobody zur Weltmeisterin

STEINACH. Wenig deutete in der Jugend auf eine Sportkarriere hin. 30jährig ist die Sportlehrerin Sandrine Benz Sprint-Triathlon-Weltmeisterin geworden.

Fritz Heinze
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Sandrine Benz – mit Wille und Akribie an die Triathlon-Spitze. (Bild: Fritz Heinze)

Sandrine Benz – mit Wille und Akribie an die Triathlon-Spitze. (Bild: Fritz Heinze)

Sandrine Benz beschreibt vor den Besuchern in der Bibliothek ihre Gefühle beim Start zu einem wichtigen Rennen, das Leiden auf der Laufstrecke , die Erlebnisse in den Wechselzonen. Aber sie schildert auch das Gefühl, bei der Siegerehrung auf dem Treppchen zu stehen. In der Jugend war sie zu schlecht, um in einem Volleyballteam mitzuspielen. Von einem Nobody hat sich die Steinacherin zu einer Spitzenathletin entwickelt.

Babypuder und Sonnencrème

Mitgebracht hat sie ihre komplette Ausrüstung. Das Velo ist eine High-Tech-Version. Die Badekappe und die Schwimmbrille liegen neben dem Babypuder, mit dem die Innenseite des Neoprenanzugs eingestäubt wird, die Sonnencrème gleich daneben. Sandrine Benz ist darauf bedacht, dass kein Gramm zu viel mitgeführt wird. Die Athletin betreibt ihren Sport im Amateurstatus, muss aufwendige Trainingszeiten mit dem Beruf verbinden. 2016 ist vorgesehen, dass sie in der Profi-Kategorie startet. Die olympischen Distanzen betragen 1,5 km Schwimmen, 40 km Velofahren und 10 km Laufen, der Sprint-Triathlon die Hälfte und die doppelten Distanzen der Halb-Ironman.

Auch ein Leben nach dem Sport

Die Sportlehrerin stuft mentales Training hoch ein. Wettkämpfe bereitet sie akribisch vor. Ihre Sportlerkarriere hat mit Widerwillen gegenüber dem stets kalten Wasser begonnen. Ihr Glaube an die eigene Leistungsbereitschaft fehlte am Anfang, doch dann kam diese wie der Spass. In der Hauptsaison kommen bis zu 20 Stunden wöchentlich zusammen. Trainingseinheit über Trainingseinheit gehört bei ihr zum Alltag, Sandrine Benz ist sich bewusst, dass sie als Sportlerin mit dem Amateurstatus sehr viel hergibt. Dasselbe gilt für die stete Belastung ihres Körpers. «Im Moment ist für mich wichtig, dass ich diesen Sport in vollen Zügen geniessen kann», sagt die Athletin.

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