Vom Labor direkt auf den Laufsteg

BERG. Malik Neusch verfolgt den Traum des Modelns. Den ersten Schritt dazu machte der auszubildende Chemielaborant bereits im vergangenen März, als er beim Elite Model Look Switzerland unter die zehn Finalisten gewählt wurde.

Anna Hug
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Elite Model Look Switzerland Finalist Malik Neusch an seinem Arbeitsplatz in der Bioforce AG in Roggwil. (Bild: Andrea Stalder)

Elite Model Look Switzerland Finalist Malik Neusch an seinem Arbeitsplatz in der Bioforce AG in Roggwil. (Bild: Andrea Stalder)

Bestechend blaue Augen, goldblondes Haar und einen gesunden Teint: Malik Neusch hat ihn, den Model-Look. Nicht umsonst steht der 17jährige Thurgauer aus Berg im diesjährigen Finale des renommierten Modelwettbewerbs Elite Model Look Switzerland. Am 25. September wird er mit neun anderen Kandidaten in der Maag Event Hall in Zürich um den Sieg kämpfen. Bis dahin verbringt der Lehrling seinen Alltag im Labor.

Als Malik Neusch vergangenen März mit einem Freund nach Zürich ans Elite Model Look Casting reiste, hatte er keine zu grossen Erwartungen. «Ich war etwas schüchtern und wollte nicht alleine ans Casting reisen.» Der 1,88 Meter grosse Jüngling überzeugte die Jury aber sofort und kam in den Recall. Auch diese Hürde meisterte er. Malik wurde einer der zehn Finalisten.

Neues Selbstvertrauen

Seine Schüchternheit hat der Lehrling unterdessen abgelegt. «Meine ersten Modelerfahrungen liessen mich aufblühen. Anfangs wagte ich mich nicht einmal allein ans Casting. Nun bin ich viel selbstbewusster.» Die Erfahrungen, die er bis anhin beim Contest gewinnen konnte, haben ihm gut getan. Vor allem sein erstes professionelles Fotoshooting hat ihm gefallen, auch wenn es nicht ganz leicht war. «Ist man einmal in den Kleidern, darf man nicht einmal mehr auf die Toilette gehen und das während drei bis vier Stunden», sagt Malik. Trotzdem gefiel ihm die Erfahrung. Der 17-Jährige scheint wie geschaffen für diesen Job. Er findet es schön, im Mittelpunkt zu stehen und mag es, sich stilbewusst zu kleiden.

Bodenständiger Lehrling

Doch Malik weiss auch, was wichtig ist. «Ich will in Zukunft auf jeden Fall auf dem Boden bleiben und nicht abheben», sagt er selbstbewusst. Falls es für den Sieg reichen sollte, will er sich mit der Modelagentur und seinem Lehrbetrieb zusammensetzen und eine Lösung suchen. Seine Arbeitskollegen haben bisher sehr positiv auf seine Teilnahme am Wettbewerb reagiert. Der junge Finalist bleibt realistisch und will einen richtigen Abschluss machen. Die Lehre als Chemielaborant möchte er nicht gleich an den Nagel hängen, seine Beschäftigung bei der Bioforce AG in Roggwil gefällt ihm dafür zu gut. Malik hat diesen Sommer das zweite Lehrjahr in Angriff genommen. Ein Beruf, bei dem er nur im Büro sitzt, wäre nichts für den aktiven Teenager. Im Labor, umgeben von verschiedenen Messgeräten und Substanzen, fühlt er sich viel wohler.

Dass der 17-Jährige gerne körperlich beschäftigt ist, merkt man auch an seiner Freizeitgestaltung. Seit dem Kindergarten spielt Malik in seinem Heimatdorf Berg Fussball. Dreimal in der Woche hat er abends Training und am Wochenende jeweils einen Match. Doch das ist ihm noch nicht genug. Seit diesem Jahr spielt er auch noch mindestens einmal pro Woche Tennis. «Sport ist für mich ein wichtiger Ausgleich zum Alltag», sagt das Nachwuchsmodel dazu.