Vom Doppelpack zur Solovariante

ARBON. Täglich erwartet der Arboner Stadtrat den positiven Umzonungsentscheid des Kantons. Der Weg wäre dann frei für ein Ökonomiegebäude für die Friedhofwartung an einem neuen Standort. Auch das Volk dürfte noch einmal begrüsst werden.

Max Eichenberger
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Auf dieser Parzelle bei der EW-Trafostation soll das Ökonomiegebäude für die Friedhofwartung gebaut werden. Im Hintergrund die Friedhofmauer. (Bild: Max Eichenberger)

Auf dieser Parzelle bei der EW-Trafostation soll das Ökonomiegebäude für die Friedhofwartung gebaut werden. Im Hintergrund die Friedhofmauer. (Bild: Max Eichenberger)

Über fünf Jahre sind es her, als die Arboner ein Neubauprojekt befürwortet hatten. Es beinhaltete einen Wohntrakt und ein Werkgebäude. Vorgesehen waren die Bauten auf der Parzelle des alten Friedhofgärtnerhauses, durch die Rebenstrasse vom Friedhof getrennt.

Ausgangslage hat sich verändert

Als die nachgerechneten Kosten den eingeholten Kredit von 996 000 Franken deutlich übermarchten, gab es erstmal lange Gesichter. Dann kam der Stadt zupass, dass die mit der Friedhofwartung Betrauten zwischenzeitlich aus dem baufälligen Haus ausgezogen waren und ein neues Domizil bezogen. Dies veränderte die Ausgangslage. Ein Bedarf nach einem Personalhaus bestand nicht mehr, die Notwendigkeit eines neuen Werkgebäudes hingegen blieb.

Bei der Stadt ging man über die Bücher und erwog zunächst, den Werktrakt «solo» auf der angestammten Parzelle zu realisieren. Doch sogleich kam die Frage auf, ob das rechtens wäre, nur das halbe vom Volk bewilligte Projekt zu verwirklichen – obwohl die Kosten deutlich darunter liegen würden. Mit der Klärung liess man sich Zeit.

Näher beim Friedhof

Die neue Situation eröffnete auch die Möglichkeit, die Planung nochmals grundsätzlich zu überdenken. Schon in der parlamentarischen Beratung zuvor hatte es starke Stimmen gegeben, das Werkgebäude im oder näher beim Friedhof zu erstellen. Weil ein Wohnhaus sowieso obsolet ist, macht ein enger Bezug zum Friedhof betriebswirtschaftlich Sinn. Erstmals hat das der Stadtrat im Februar ad hoc im Parlament als naheliegende Option angedeutet. In Betracht gezogen hat der Stadtrat den Standort südlich der Trafostation, direkt an den Friedhof angrenzend.

500 000 bis 600 000 Franken

Doch erst das Verwaltungsgericht, das einen Rekurs gegen die Aufhebung des alten Gestaltungsplans in der «Unteren Neusätz» abgewiesen hatte, ebnete mit seinem Entscheid den Weg für eine Umzonung zweier stadteigener Parzellen in die öffentliche Zone. Diese hat der Stadtrat beantragt. «Wir warten täglich auf den Entscheid des Kantons, er ist angekündigt», sagt der zuständige Stadtrat Konrad Brühwiler. Ein Architekt sei unterdessen bestimmt worden, das Projekt eines Ökonomiegebäudes auszuarbeiten. Brühwiler geht von einem Kostenrahmen von 500 000 bis 600 000 Franken aus. In der ersten Jahreshälfte 2016 sei mit der Botschaft ans Parlament zu rechnen.

Wohl neue Volksabstimmung

Obwohl bei dieser Kredithöhe die Entscheidkompetenz beim Parlament liegt, tendiere der Stadtrat auf Empfehlung der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission dazu, den Kredit dem Volk vorzulegen und ihn auf eine rechtlich sichere Grundlage zu stellen. «Wir haben einen gültigen Volksentscheid zu einem überholten Projekt, der aufzuheben ist.» Die Stadt fährt jetzt mindestens 400 000 Franken günstiger – und hat erst noch die alte Parzelle zur Disposition. Auf einem Teil erstellt sie Parkplätze.

Konrad Brühwiler Stadtrat Arbon Ressort Einwohner/Sicherheit (Bild: Nana do Carmo)

Konrad Brühwiler Stadtrat Arbon Ressort Einwohner/Sicherheit (Bild: Nana do Carmo)