Vom Abbruch- zum Liebhaberobjekt

Die Burkhardt-Villa, architektonisch konsequent als Würfel mit Flachdach gestaltet, bildet eine Einheit von Architektur, Innenausstattung und Kunst. Sie hat Max Burkhardt in seinem fotografischen und malerischen Schaffen inspiriert.

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Die Burkhardt-Villa, architektonisch konsequent als Würfel mit Flachdach gestaltet, bildet eine Einheit von Architektur, Innenausstattung und Kunst. Sie hat Max Burkhardt in seinem fotografischen und malerischen Schaffen inspiriert.

Nach dessen Tod war lange nicht klar, was aus dem Haus werden sollte. Zunächst wohnte der Sohn des Fotopioniers noch darin; dann stand es lange leer. Die Erben verkannten den Wert des Objekts. Sie wollten das Haus abbrechen und in Südhanglage einen Neubau hinstellen. Da schrillten bei der Denkmalpflege die Alarmglocken. Sie drängte auf den Erhalt der architektur- und kunstgeschichtlich bedeutenden Jugendstilvilla.

Nachkomme Heinz Burkhard, der zunächst die Liegenschaft abreissen wollte und die Kosten einer Restaurierung scheute, liess sich dann durch die Denkmalpflege bekehren. Sie konnte ihn in hartnäckiger Überzeugungsarbeit dazu bewegen, das Haus zu restaurieren. Der Kanton leistete 1994 einen wesentlichen Beitrag an die Kosten von 1,5 Millionen Franken. Auch die Stadt Arbon steuerte eine gute Viertelmillion bei.

Praktisch über Nacht fiel 2006 das Haus überraschend ins Eigentum der Stadt: die kurz nacheinander verstorbenen Erben, die anfänglich im Clinch mit der Stadt gelegen hatten, hatten ihr im Nachlass das Burkhardt'sche Jugendstil-Anwesen verschrieben. (me)

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