VOLLEYBALL: Unbändige Freude

Rund 300 Fans begleiten die Spieler von Volley Amriswil an den Cupfinal nach Fribourg und feierten den Sieg gegen den Erzrivalen aus Näfels.

Manuel Nagel
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Um genau 18.58 Uhr ist der fünfte Cupsieg Tatsache. Nach dem entscheidenden Punkt im dritten Satz gab es für die mitgereisten Fans von Volley Amriswil kein Halten mehr. (Bilder: Manuel Nagel)

Um genau 18.58 Uhr ist der fünfte Cupsieg Tatsache. Nach dem entscheidenden Punkt im dritten Satz gab es für die mitgereisten Fans von Volley Amriswil kein Halten mehr. (Bilder: Manuel Nagel)

Manuel Nagel

manuel.nagel@thurgauerzeitung.ch

«Mir singed blau, mir singed wiiss, mir singed Volley Amriswil» schallt es in der Halle Saint Léonard in Fribourg aus den Kehlen der mitgereisten Fans. Etwa 300 dürften es sein, die den fünften Cupsieg ihrer Volleyballer vor Ort miterleben wollten – und nicht enttäuscht wurden.

Der Fan-Car mit 70 dieser Supporter fuhr am Ostersamstag pünktlich um 13 Uhr bei der heimischen Tellenfeldhalle los. Über den Verkehr gab es nichts zu reden, denn auf der ganzen Strecke in die Westschweiz hatte es nur in der Gegenrichtung Stau, sodass man über den Gegner fachsimpeln konnte. Einen tschechischen Natispieler hätten die Glarner vor ein paar Tagen verpflichtet, wusste einer. Weil sich der Stammpasseur von Näfels verletzt habe. Der sei dann aber noch nicht eingespielt mit seinen Teamkameraden, wandte ein anderer ein, und Vor- und Nachteile wurden gegeneinander abgewägt. Doch für die meisten war klar: Das wird heute eine ganz enge Kiste zwischen den beiden ewigen Rivalen Amriswil und Näfels.

Die «Blaue Wand» schreit das Team zum Cupsieg

Kurz nach halb vier erreichte der Bus das Ziel und Chauffeur Urban wünschte allen «en schöne Match». Für Unmut sorgte im letztjährigen Cupfinale, dass die beiden Fanlager auf derselben Tribüne und jeweils an den Rändern platziert wurden. «Das sieht doch auch im Fernsehen viel besser aus, wenn die Fans in der Mitte sind», meinte Martina Perler, die Medienverantwortliche von Volley Amriswil. Gross deshalb die Erleichterung der Amriswiler Fans, als sie die Halle betraten und diesmal ihren Platz in der Mitte hatten, gegenüber des Näfelser Fanblocks.

Und die beiden Lager gaben schon eine Stunde vor Spielbeginn Vollgas. Die meisten Glarner waren ganz in Grün gekleidet, die Amriswiler in ihrem traditionellen Blau. Der Verein hatte Volley-Amriswil-Fanshirts verteilt, sodass Vizepräsident Kurt Wick zurecht von der «Blauen Wand» schwärmte, die ihre Mannschaft frenetisch nach vorne klatschte und zum Sieg schrie.

Die Näfelser Spieler waren an diesem Abend chancenlos. Mit Amriswil mithalten konnten nur ihre ebenfalls zahlreichen und lautstarken Fans. Die Halle Saint Léonard war ein Hexenkessel und hätte ein spannenderes Spiel verdient gehabt, doch das war den Amriswilern herzlich egal. Ein Sieg gegen den Erzrivalen ist immer etwas Besonderes.

Bereits kurz vor acht fuhr der Fan-Car wieder zurück in die Ostschweiz – wiederum ohne Stau. «Die Manschaft wird etwa eine Stunde nach uns in Amriswil eintreffen», verkündete Vorstandsmitglied Urs Schär durch das Bordmikrofon. Wer wolle, könne nach der Ankunft noch im Zelt des Osterspringens weiterfeiern. Kurz vor Mitternacht traf dann auch das Team mit dem Pokal ein und stiess mit beinahe hundert Fans auf den Cupsieg an – mit Freibier, spendiert von der Stadt.