Volksheim im Schloss

ROMANSHORN. Breiten Raum in der Ausstellung nimmt das Schloss von Romanshorn ein, das dem Gemeinnützigen Frauenverein fast 70 Jahre lang gehört. Er kauft die Liegenschaft auf Initiative von Lucie Bänziger-Bardy im Jahr 1919 für 75 000 Franken und macht daraus ein sogenanntes Volksheim.

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ROMANSHORN. Breiten Raum in der Ausstellung nimmt das Schloss von Romanshorn ein, das dem Gemeinnützigen Frauenverein fast 70 Jahre lang gehört. Er kauft die Liegenschaft auf Initiative von Lucie Bänziger-Bardy im Jahr 1919 für 75 000 Franken und macht daraus ein sogenanntes Volksheim. Dort kann sich jeder und jede ohne Konsumationszwang aufhalten und kostenlos Zeitung lesen. Alkohol schenken die Frauen bewusst nicht aus.

Wirte und Bäcker unzufrieden

Die Anfänge sind schwierig, es gibt finanzielle und personelle Probleme. Zudem stellt sich der Thurgauer Wirteverband quer, als die Frauen auch Gäste beherbergen wollen. Doch der Frauenverein gibt nicht klein bei und gelangt bis ans Bundesgericht, das ihm 1926 recht gibt. Auch die lokalen Bäcker machen Schwierigkeiten, weil die Frauen die Nussgipfel von auswärts beziehen. Die Situation stabilisierte sich zusehends, als 1925 Fräulein Heggendorn den Betrieb übernimmt und 40 Jahre lang mit Umsicht führt. 1931 baut der Frauenverein das Schloss sogar für 170 000 Franken um und aus. 1941 überführt er die Liegenschaft in eine Stiftung. Das Volksheim wird zu einem beliebten Ort für längere Kur- und Ferienaufenthalte.

1986 ist Schluss

Am Schluss geht die Rechnung nicht mehr auf. 1986 entschliesst sich deshalb der Stiftungsrat zum Verkauf des Schlosses, das drei Investoren aus der Region übernehmen. Seit 2007 gehört es der Towit Machinery Trading AG. (mso)