Viermal Ohrenschmaus auf dem Bergli

Im September findet das 6. internationale Orgelfestival statt. Simon Menges, Organist der Evangelischen Kirchgemeinde, ist es einmal mehr gelungen, interessante Musiker nach Arbon zu holen. Und wie immer geht er neue Wege. Auftakt ist am Sonntag.

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ARBON. Einen Namen haben alle, die beim internationalen Orgelfestival in die Tasten greifen. Zu einem aussergewöhnlichen Erlebnis werden die Konzerte in der evangelischen Kirche aber vor allem durch die jeweilige Konstellation. «Ich suche immer nach speziellen Kombinationen oder Zugängen», sagt Organisator Simon Menges. Gleich zum Start am Sonntag, 4. September, bekommen die Besucher etwas zu hören, was es sonst kaum gibt: Orgel trifft auf Klarinette. Menges' Frau Eun-Hye Lee aus Südkorea und Michele Croce aus Wil spielen Musik von Bozza, Dunhill und Hakim. Aber auch der Arboner Organist selber geht in seinem Auftritt am 18. September neue Wege: Zusammen mit Kristian Krogsøe aus Dänemark präsentiert er ein symphonisches Programm.

Organist im Nationalheiligtum

Gespannt ist Menges auch auf den Auftritt von Magne Draagen aus Norwegen, den er im Mai des letzten Jahres in St. Gallen kennenlernte, wo der Trondheimer Domorganist in der Kathedrale zu Gast war. Menges nahm Kontakt mit ihm auf. Die beiden verstanden sich auf Anhieb, so dass Menges am 29. Juni dieses Jahres sogar ein Konzert bei seinem neuen Kollegen im hohen Norden geben konnte – ein Privileg. Die Trondheimer Domkirche ist so etwas wie das Nationalheiligtum der Norweger. Im Mittelalter und im 19. Jahrhundert wurden dort die Könige gekrönt. Das königliche Instrument verfügt über 160 Register. Zum Vergleich: Die Orgel in Arbon, immerhin die grösste im Thurgau, hat 65. Am 11. September spielt Draagen Werke von Bach, Gangflöt, Grieg, Sixten und Solberg.

Improvisationstalent

Eingeladen hat Menges auch seinen Studienkollegen Elmar Lehnen aus Kevelaer in Deutschland an der holländischen Grenze, der am 25. September eine Kostprobe seines Improvisationstalentes geben wird. Er begleitet in einer der grössten Wallfahrtskirchen seines Landes musikalisch bis zu acht Gottesdienste pro Tag. Der Auftritt von Lehnen ist aber nicht nur etwas für einen eingeweihten Kreis von Orgelkonzertspezialisten: Wie bei allen anderen Programmen soll jedermann auf seine Kosten kommen. «Ich achte darauf, dass die Musik für alle zugänglich ist», sagt Menges. (red.)

Die Konzerte in der evangelischen Kirche beginnen jeweils um 19.15 Uhr und dauern rund eine Stunde. Ab 18.45 Uhr sind die Besucher zu einem Apéro vor der Kirche eingeladen. Der Eintritt ist frei.

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