Vier Samariter-Vereine verhindern das Schlimmste

HORN. Was tun Samariter, wenn sie einen Chauffeur aus der Kabine retten sollen? Mehrere Vereine trafen sich und übten vier Szenarien.

Hedy Züger
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Die Samariter bei der Übung. (Bild: Hedy Züger)

Die Samariter bei der Übung. (Bild: Hedy Züger)

Jeder Unfall ist anders, und trotzdem müssen Samariter immer die richtigen Vorkehrungen treffen. Köpfchen ist gefragt, aber auch regelmässiges Üben. Die Samaritervereine Horn-Tübach, Neukirch-Egnach, Roggwil und Arbon führen nebst eigenen Monatsübungen jedes Jahr einen gemeinsamen Anlass durch.

Selbstschutz geht vor

Renata Bühler, technische Leiterin und für Kurse zuständig, inszenierte drei anspruchsvolle Unfallszenarien. Ein Auto und ein Velofahrer kollidierten: Zuerst wurde die Unfallstelle gesichert, Alarm geschlagen sowie die Aluwärmedecke und die Autoapotheke eingesetzt. Kniffliger war die Situation mit einem Berufschauffeur, der nicht mehr antwortete. Stutzig machte die Tafel am Lastwagen: Giftklasse 33-1203. Die Samariter hätten den Mann gerne aus der Kabine geborgen. «Falsch», hiess es. «Bei Unfällen mit gefährlicher Ladung ist die Feuerwehr aufzubieten.»

Verletzte ruhigstellen

«Wer befiehlt und delegiert, der übernimmt die Verantwortung.» Dies war die Zielrichtung bei einem vermuteten Halswirbelbruch. An diesem Posten waren Halskrause, Schaufelbahre und aufblasbare Vakuum-Matratze einzusetzen. Samaritervereine verfügen über modernes Material, das verunfallte Körperpartien stabilisiert. Tourette-Syndrom? Davon wusste man nur vage Bescheid. Jetzt erhielten die vier Vereine Gelegenheit, mehr über die Krankheit zu erfahren, bei der sich Betroffene durch unkontrollierte Schreie bemerkbar machen.

Im evangelischen Kirchgemeindehaus Horn ging es lustig zu und her. Zwei Dutzend urkomische schweizerdeutsche Ausdrücke waren in die Schriftsprache zu übertragen. Locker und gesellig wurde es rund um das Buffet, zu dem die Horner Samariterinnen luden. Auf perfekte Verbände folgte die grosszügige Gastronomie.