«Viel wichtiger als der Standort sind interessante Künstler»

Seit drei Jahren führt Angela Barbara Rüesch Zöllig in Romanshorn die Galerie für Erdkunst. Künftig will sie sich vermehrt der Art Brut zuwenden.

Christof Lampart
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Angela Barbara Rüesch Zöllig Galeristin (Bild: Christof Lampart)

Angela Barbara Rüesch Zöllig Galeristin (Bild: Christof Lampart)

Frau Rüesch, ist Romanshorn für Kunst ein gutes Pflaster?

Angela Barbara Rüesch Zöllig: Generell bin ich der Auffassung, dass der Standort zwar eine wesentliche Rolle spielt, jedoch es noch viel wichtiger ist, dass man die Werke interessanter Künstler zeigt. Dann kommen viele gerne nach Romanshorn.

Das funktioniert bei Ihnen in der Galerie?

Rüesch Zöllig: Ich versuche, hochwertige Arbeiten von Kunstschaffenden zu präsentieren. Dies hat mit dazu beigetragen, dass sich der Radius, aus dem die Besucher kommen, sukzessive erweitert hat. Aber mir sind natürlich auch zufällige Passanten lieb, die einfach einmal hereinschauen.

Gibt es eine Art Kunst, die Sie besonders gerne oder gar ausschliesslich zeigen?

Rüesch Zöllig: Generell will ich mich da nicht auf eine Richtung festlegen, doch liegen mir Skulpturen und dreidimensionale Arbeiten junger zeitgenössischer Künstler sehr am Herzen. In Zukunft will ich mich vermehrt der Art Brut zuwenden, also der Kunst von Autodidakten. Es berührt mich, wenn ich sehe, mit welcher Hingabe und Ausdauer diese Werke erarbeitet werden. Man schaut und schaut, entdeckt immer wieder Neues und hat an den kindlich wirkenden Arbeiten Freude.

Welche Kriterien muss jemand erfüllen, der bei Ihnen ausstellen möchte?

Rüesch Zöllig: Man muss den Arbeiten ansehen, dass der Künstler sich schon lange damit auseinandergesetzt hat, so dass man dessen künstlerische Entwicklung gut nachvollziehen kann. Auch besuche ich Künstler, die mich interessieren, im Atelier – denn wenn man eine ähnliche Gesinnung hat, dann arbeitet es sich besser zusammen. Und schliesslich schaue ich darauf, ob der Künstler bereits an jurierten Wettbewerben teilgenommen oder Werkpreise erhalten hat.

Wie hoch ist der Anteil an regionalen Kunstschaffenden, die bei Ihnen ausstellen?

Rüesch Zöllig: Das dürfte sich so um 30 Prozent herum bewegen.

Vom 13. bis zum 22. November stellt in der Romanshorner «Galerie für Erdkunst» an der Alleestrasse 64 der Niederteufener Paul Brügger aus. Der stark in der Bergwelt verhaftete Maler lässt Naturstimmungen und –wahrnehmungen in sein Werk einfliessen.

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