Viel Platz zum Staunen

Früher eher Abstellkammern, sind es jetzt durchdachte Ausstellungsräume: Der kürzlich renovierte Altbau im Museum Rosenegg ist nun fertig eingerichtet.

Annina Flaig
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Das Modell des Klosters Kreuzlingen steht im Altbau des Museums. (Bilder: Nana do Carmo)

Das Modell des Klosters Kreuzlingen steht im Altbau des Museums. (Bilder: Nana do Carmo)

KREUZLINGEN. Das Museum Rosenegg zeigt nicht nur historische Exponate, sondern ist selbst ein altehrwürdiges Gebäude. «Die Renovation des Altbaus war eine Gratwanderung zwischen denkmalpflegerischen Aspekten und Bedürfnissen für intensiv genutzte Ausstellungsräume», sagte Architekt Markus Amstutz gestern auf einem Presse-Rundgang. Die sieben Räume mit historischen Wandmalereien und aufgefrischten Stukkaturen sind so schön geworden, dass man sie zeigen will. Gleichzeitig sollen darin Ausstellungen stattfinden. Wie wird man beidem gerecht? Darüber haben sich die Verantwortlichen seit Anfang Jahr den Kopf zerbrochen. Jetzt wurden kreative Lösungen gefunden.

Die Wände sind frei

Im Vergleich zu früher, als der Altbau als eine Art Abstellkammer für verschiedene Kunstgüter genutzt wurde, sind die jetzt gezeigten Exponate sorgsam ausgewählt. «Jede Ausstellung ist bis ins kleinste Detail durchdacht», sagt Museumsleiterin Heidi Hofstetter. Die Vorfreude auf die Eröffnung am Sonntag ist ihr anzusehen.

Die neu gestalteten Räume zeigen drei Dauerausstellungen und eine Wechselausstellung. Im Eckzimmer gibt es eine Ausstellung zur Kloster- und Siedlungsgeschichte. Das Modell des alten Klosters Kreuzlingen steht auf einem Schubladenkorpus. Die Besucher können in den Schubladen schmökern. Dank des Korpus sind die Wände nicht verstellt. Der Raum kommt zur Geltung. Dies ist auch im Zimmer nebenan der Fall: Das Thema «Ländliches Leben im Mittelalter» wird mit Vitrinen, Bannern und sogenannten Karussells gezeigt. «Mein Mann Ernst und ich haben etwas ähnliches in einem Museum gesehen und die Idee für unsere Bedürfnisse angepasst», verrät Hofstetter.

Nach dem Altbau die Fassade?

Das Museum hat viele Porträts von Egelshofer und Kreuzlinger Persönlichkeiten aus dem 18. und 19. Jahrhundert geschenkt bekommen. Auch ihnen wird eine Ausstellung gewidmet. Und die historische Küche beweist, dass der Altbau früher als Wohnhaus genutzt wurde.

Mit der 1,1 Millionen Franken teuren Renovation und Neugestaltung des Altbaus ist eine Etappe erfolgreich gemeistert. Die nächste wartet bereits: Auch die Fassade hat eine Renovation nötig. Dafür werden allerdings noch Geldgeber gesucht.

Eröffnung für die Öffentlichkeit im Museum Rosenegg: Sonntag, 19. April, um 11 Uhr.

Museumsleiterin Heidi Hofstetter und Architekt Markus Amstutz zeigen das sogenannte Karussell, ein neues platzsparendes Gestaltungselement im Museum Rosenegg. (Bild: Nana do Carmo / TZ)

Museumsleiterin Heidi Hofstetter und Architekt Markus Amstutz zeigen das sogenannte Karussell, ein neues platzsparendes Gestaltungselement im Museum Rosenegg. (Bild: Nana do Carmo / TZ)

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