Viel Glück für Romanshorn in kurzer Zeit

Für Romanshorn wird es immer besser: Letzte Woche ist bekannt geworden, dass die Hafenstadt Hauptstandort im Thurgau der Expo 2027 werden soll. Allein dass man in diesem Zusammenhang an Romanshorn denkt, ist wie ein Sechser im Lotto.

Markus Schoch
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Für Romanshorn wird es immer besser: Letzte Woche ist bekannt geworden, dass die Hafenstadt Hauptstandort im Thurgau der Expo 2027 werden soll. Allein dass man in diesem Zusammenhang an Romanshorn denkt, ist wie ein Sechser im Lotto. Man ist wieder wer! Und diese Woche gibt es schon wieder gute Nachrichten. Das seit Jahren leerstehende ehemalige Lagerhaus der SBB soll nicht länger wie ein grosser Schatten über dem Hafen liegen, sondern zu einem lebendigen Ort mit Ausstrahlung werden. Das zumindest versprechen die neuen Eigentümer um den Kreuzlinger Peter Schnückel.

Die Romanshorner dürften der Ankündigung allerdings mit gemischten Gefühlen begegnen. Sie sind gebrannte Kinder. Schnückel und seine Partner sind nicht die ersten Investoren, die Grosses vorhaben mit dem riesigen Gebäude direkt am Wasser. Es gab einst die Harbour Vision mit Gerhard Fischer an der Spitze, die im früheren Lagerhaus Luxus-Lofts bauen wollte und Anfang 2003 sogar über eine rechtskräftige Baubewilligung verfügte. Sie verfiel schliesslich 2009 nach fünffacher Verlängerung und einigen Wirren. Das ist lange her, und Schnückel ist nicht Fischer. Die Romanshorner sollten die alten Zeiten vergessen, vorwärts schauen und der neuen Investorengruppe einen Vertrauensvorschuss gewähren. Es kann nur besser werden.

Schwierig wird die Situation jetzt allerdings für den Kanton. Er muss nun relativ schnell Farbe bekennen, nachdem er seit bald einem Jahr um einen Entscheid ringt im Zusammenhang mit dem Standort für das Historische Museum: Das ehemalige Lagerhaus steht bekanntlich im Vordergrund. Gut möglich, dass der Zeitdruck Romanshorn aus dem Rennen nimmt. Das wäre zwar äusserst schade, aber kein Weltuntergang. Romanshorn tut gut daran, nicht wie früher auf etwas Grossartiges zu warten, sondern Grossartiges möglich zu machen.

@thurgauerzeitung.ch