Verwirrung um zwei Speedys

Seit Mitte August hängen zwei Geschwindigkeitsmesser am östlichen Ortsrand von Weinfelden. Installiert hat sie die Polizei, die Gemeinde weiss von nichts.

Mario Testa
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Dieser Speedy an der Kreuzlingerstrasse attestiert diesem Autofahrer eine angepasste Geschwindigkeit im Ausserortsbereich. (Bild: Mario Testa)

Dieser Speedy an der Kreuzlingerstrasse attestiert diesem Autofahrer eine angepasste Geschwindigkeit im Ausserortsbereich. (Bild: Mario Testa)

WEINFELDEN. Nachts leuchten sie hell und auch tagsüber sind die Ziffern zu erkennen. Zwei Geschwindigkeitsanzeige-Geräte, sogenannte Speedys, zeigen den Autofahrern auf der Weinfelder- und der Kreuzlingerstrasse derzeit ihr Tempo an. Für Verwirrung sorgt indes eine Nachfrage bei der Gemeinde Weinfelden, wer die Messgeräte installiert hat und auswertet. «Ganz ehrlich, ich weiss es nicht», sagt Bauamtschef Martin Belz. Klärung habe auch eine Nachfrage beim Kanton und der Nachbargemeinde Berg nicht gebracht. «Es ist ungewöhnlich, dass uns das nicht gemeldet wird.»

Keine Klagen der Anwohner

Belz ist auch erstaunt über den Standort der Speedys. «Von den Anwohnern der Kreuzlingerstrasse in diesem Bereich haben wir keine Klagen über Schnellfahrer erhalten», sagt Belz. «Und der eine Speedy steht direkt vor einer Abzweigung, dort bremsen sehr viele Autofahrer ab.» Belz bezweifelt, dass es legal wäre, wenn Private solche Geschwindigkeitsanzeige-Geräte installierten. «Wenn sich nicht klärt, wer die Speedys montiert hat, müssen wir konsequent sein und diese wieder abmontieren.»

So weit kommt es aber nicht. Auf Anfrage der Thurgauer Zeitung bestätigt Matthias Graf, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau, dass die Verkehrspolizei die Speedys installiert hat. «Wir verfolgen zwei Ziele mit den Anlagen. Einerseits sollen die Autofahrer auf ihr Tempo sensibilisiert werden, andererseits überprüft die Polizei so das Geschwindigkeitsverhalten der Autofahrer an verschiedenen Stellen im Strassennetz, vorwiegend auf Kantonsstrassen.» Die Speedys werden von der Polizei individuell aufgestellt und zeichnen dann mindestens einen Monat lang Daten auf. «Die Daten werden laufend ausgewertet. Wenn die Resultate zeigen, dass häufig zu schnell gefahren wird, ziehen wir an diesen Stellen Geschwindigkeitskontrollen in Betracht», sagt Graf.

Polizei wählt den Standort

Dass die Gemeinde nicht immer über die Einsätze der Speedys informiert werde, sei nicht aussergewöhnlich. «Wir informieren dann, wenn eine Gemeinde uns bittet, solche Geräte an neuralgischen Stellen zu positionieren. Ansonsten liegt es im Ermessen der Polizei, wo die Speedys aufgestellt werden.»