Versteckt und vergessen in einer Kiste in Yorkshire

Im Historischen Museum des Kantons Thurgau ist auf einer Wappenscheibe mit der Jahreszahl 1564 der Bürgler Wundarzt Jacob Erhart abgebildet. Wappen- und Zunftscheiben waren um diese Zeit beliebte Geschenke, die oft in öffentlichen Gebäuden angebracht wurden.

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Im Historischen Museum des Kantons Thurgau ist auf einer Wappenscheibe mit der Jahreszahl 1564 der Bürgler Wundarzt Jacob Erhart abgebildet. Wappen- und Zunftscheiben waren um diese Zeit beliebte Geschenke, die oft in öffentlichen Gebäuden angebracht wurden. Da Jacob Erhart nicht nur Wundarzt, Bader und Scherer war, sondern auch Gerichtsammann von Bürglen, ist es gut möglich, dass diese Scheibe einst den damaligen Raum für die Rechtsprechung zierte. Von seinem Wohlstand zeugt das prunkvolle Gewand, in dem Erhart abgebildet ist. Seine Tätigkeit illustrieren der Salbenspachtel in seiner Hand sowie eine Abbildung der Badestube im oberen Teil der Scheibe. Aus Archiven ist bekannt, dass Jacob Erhart in Bürglen die Badestube am Mühlegraben erworben und betrieben hat. Jahrzehntelang lagerte die Wappenscheibe mit dem Bildnis von Jacob Erhart – mit anderen Scheiben in Kisten verpackt und vergessen – in einem Herrenhaus in der nordenglischen Grafschaft Yorkshire. Wie sie dorthin kam, ist unbekannt. Das Historische Museum des Kantons Thurgau erwarb die Wappenscheibe im Jahr 1954 auf dem Kunstmarkt. (hab)

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