Verletzte nach Blitzeinschlag in Schule

Die Feuerwehren von Muolen und Amriswil retten Kinder aus dem Schulhaus. Das im Rahmen einer grossangelegten Übung. Obwohl die Feuerwehrleute nichts vom Übungseinsatz wussten, waren sie innert weniger Minuten vor Ort.

Andrina Zumbühl
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Die Feuerwehr evakuiert Kinder aus dem oberen Stockwerk der Schule. (Bild: Mareycke Frehner)

Die Feuerwehr evakuiert Kinder aus dem oberen Stockwerk der Schule. (Bild: Mareycke Frehner)

MUOLEN. Die Kinder sind kribbelig und ein bisschen nervös. Aufmerksam lauschen sie den Anweisungen von Reto Geiger, Präsident der Feuerschutzkommission in Muolen. Dieser teilt die Kinder in drei Gruppen ein: Schulhaus, Turnhalle und Pausenplatz.

Jedem Kind wird eine Rolle zugeteilt, die es bei der folgenden Hauptübung der Feuerwehren Muolen und Amriswil spielen muss. So hat ein Kind etwa einen offenen Bruch, ein anderes ist in Panik.

Blitzeinschlag in Schule

Nebst rund 80 Feuerwehrleuten sind an diesem Abend 30 freiwillige Schulkinder und Lehrpersonen im Einsatz. Gut eine Stunde dauert die Übung.

«Der Ablauf ist in einem Drehbuch geregelt, das der Feuerschutzkommission, nicht aber den Feuerwehrleuten bekannt ist», erklärt Gemeindepräsident Bernhard Keller.

So war die Feuerwehr wohl über die Übung informiert, über Ort und Zeit jedoch nicht. Umso erstaunlicher ist es, dass knapp zwei Minuten nach dem Alarm-Eingang schon die ersten Feuerwehrleute auf dem Schulplatz auftauchten. Auch der Gemeindepräsident erhält einen Anruf mit der Information «Blitzeinschlag in der Schule». Rasch schätzt der Einsatzleiter die Situation vor Ort ein und erteilt den eintreffenden Feuerwehrleuten ihre Aufgaben. Schläuche werden ausgerollt, Funkgeräte in Betrieb genommen, Atemschutzgeräte übergezogen, und schon rennen die ersten Feuerwehrleute in das Schulhaus. Die Kinder im Gebäude warten gespannt, bis sie gefunden werden.

Viele von ihnen wünschen sich, dass sie mit dem sogenannten Hubretter, einer ausfahrbaren Plattform, aus dem Fenster gehievt werden. Nach einiger Zeit wird die Feuerwehr Amriswil mit der Alarmstufenerhöhung zur Nachbarschaftshilfe beigezogen.

Nach und nach werden die Kinder aus Schulhaus und Turnhalle «gerettet». Die Szenen, die sich dem Zuschauer bieten, sind teilweise erschreckend authentisch anzusehen. Sowohl die Feuerwehr, als auch die Kinder nehmen die Übung ernst und spielen ihre Rollen gut. Die aufgemalten Verletzungen bei den Kindern und der künstliche Rauch lassen die Situation noch realer erscheinen. Nach geglückter Rettung werden die Kinder im Adlersaal in Sicherheit gebracht und verpflegt.

Positive Bilanz nach Übung

Reto Geiger zieht nach der Hauptübung Bilanz: Abgesehen von kleinen Problemen sei alles gut verlaufen. «Besonders gut hat die Zusammenarbeit mit Amriswil geklappt», sagt er. Und das Wichtigste: Alle Kinder konnten «gerettet» werden. Diesen hat die Übung Spass gemacht. Aufgeregt berichten sie von ihren Erlebnissen und bereuen wohl nicht, dass sie sich freiwillig gemeldet haben.

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