«Verlassen Sie das Gebäude»

Kurz vor Ladenschluss brach am Mittwoch im «Amriville» Brandalarm aus. Schnell war das Gebäude evakuiert, und schon nach zehn Minuten marschierte die Feuerwehr ein. Was Personal, Kundschaft und Feuerwehrleute nicht wussten: Es handelte sich nur um eine Übung.

Roger Häni
Drucken
Teilen
Die Feuerwehr marschierte um 19 Uhr ins «Amriville».

Die Feuerwehr marschierte um 19 Uhr ins «Amriville».

«Achtung, Achtung, aufgrund einer ernsthaften technischen Störung bitten wir Sie, das Gebäude umgehend durch die Notausgänge zu verlassen. Benützen Sie nicht die Aufzüge.» Diese Durchsage ertönte am Mittwochabend um zehn vor sieben erstmals aus den Lautsprechern des Einkaufszentrums Amriville. Nach ersten ungläubigen Blicken befolgten Mitarbeitende und Kunden rasch – und dennoch meist ruhig – die sich ständig wiederholende Aufforderung und begaben sich zum Sammelplatz ausserhalb des Gebäudes. Erst jetzt erfuhren sie, dass es sich nur um eine Übung handelte.

Bei der Evakuation sei es darum gegangen, das Notfallkonzept (Brandmeldung, Öffnen der Notausgänge, Aufsuchen des Sammelplatzes etc.) und das Verhalten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Notfallsituationen zu überprüfen, teilte die Hess Immobilien AG gestern mit. Gemäss Schulung – teils durch die Migros, teils durch die Firma Hess – sei das Personal angewiesen, bei einem Notfall die Läden sofort zu räumen und sowohl die Kundschaft als auch sich selbst in Sicherheit zu bringen.

«Erstaunlich schnell draussen»

«Die Übung war sehr erfolgreich, die Mitarbeiter haben gut reagiert», bilanziert Hauswart-Chef Markus Schüepp zufrieden. Das Notfallkonzept des Einkaufszentrums sei absolut praxistauglich. Natürlich hoffe man aber, es nie im Notfall anwenden zu müssen. Die Evakuation erfolgte auf Wunsch der Firma Hess, in Absprache mit Feuerwehrkommandant Markus Stamm, dessen Leute zu Beginn ebenfalls nicht Bescheid wussten, dass es sich nur um eine Übung handelte. Einsatzleiter Ueli Morgenthaler und der diensthabende Hauswart Bernhard Göhring hätten gut reagiert, sagt Stamm. Noch vor 19 Uhr traf eine stattliche Anzahl von Feuerwehrleuten beim «Amriville» ein. Das Szenario lautete: Rauch in einem Technik-Raum im Erdgeschoss. Der Einsatzleiter erhielt die Meldung, dass sich noch eine Person im Raum befinde. Dieser am Boden liegende Figurant wurde durch die Feuerwehr prompt «gerettet».

«Die Übung ist auch aus meiner Sicht gut gelaufen. Ich war erstaunt, wie schnell alle draussen waren und sich beim Sammelplatz einfanden», sagt Markus Stamm. Alle Ladenverantwortlichen hätten sich wie erhofft beim Einsatzleiter gemeldet. «Was uns noch fehlte, war lediglich eine Liste aller Läden.» Einzelne Kunden hätten zudem die Weisung nicht befolgt, die Notausgänge in den Läden zu benutzen, sondern verliessen das Einkaufszentrum durch die regulären Ausgänge und begaben sich dadurch in den Rauch, der bis in die Mall drang. Allerdings handelte es sich bei der Übung um unbedenklichen «Disco-Rauch».

Nicht alle glücklich

Dieser Rauch verschwand zwar nicht gleich wieder, doch konnten Personal und Kundschaft schon nach wenigen Minuten ins Gebäude zurückkehren. «Die Situation hat sich normalisiert . . . Entschuldigen Sie die entstandenen Unannehmlichkeiten», tönte es nun aus den Lautsprechern. Dass einzelne Kunden nicht gerade glücklich waren, weil sie einige Minuten aufgehalten wurden, müsse man in Kauf nehmen. «Es ging uns bei der Übung im Endeffekt um die Sicherheit der Kundschaft», versichert Markus Schüepp.

Rauch in der Mall: Der Einkauf zögerte sich für einige Kunden hinaus. (Bilder: Roger Häni)

Rauch in der Mall: Der Einkauf zögerte sich für einige Kunden hinaus. (Bilder: Roger Häni)

Aktuelle Nachrichten