Verkehrsirrgarten beim Stahelplatz

ARBON. Die Kreuzung ist für Autofahrer und Fussgänger ein Labyrinth. Zwei Strassen sind gekappt. Autos stauen sich, fahren Umwege. Fussgänger werden über die Baustelle geführt. Grund der Erschwernisse sind nicht nachgeführte Katasterpläne.

Max Eichenberger
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Fussweg über die Baustelle, unterbrochene Strassen, Staus: Leitungssalat erschwert die Bauarbeiten. (Bild: Max Eichenberger)

Fussweg über die Baustelle, unterbrochene Strassen, Staus: Leitungssalat erschwert die Bauarbeiten. (Bild: Max Eichenberger)

«Die Kreuzung Stahelplatz ist das <Nervensystem> von Arbon. Hier kommt im Boden alles zusammen, vieles verläuft kreuz und quer», sagt Robert Heim, Projektleiter beim Bau der Kantonsstrasse. Bei diesem neuralgischen Knoten tun sich die Bauarbeiter schwer. Sie sind im Untergrund auf alte Leitungen gestossen, die in keinem Kataster vermerkt sind. «Meistens sind es tote Leitungen, aber wir müssen jedesmal abklären, ob sie eine Funktion haben, um die Gefahr eines Versorgungsunterbruchs zu minimieren.»

Überrascht worden

Als die Arbeiter die Gräben legten, sei man trotz minuziöser Vorbereitung überrascht gewesen. Offenbar seien, weiter zurückliegend, die Pläne nicht nachgeführt worden. Darum gestalten sich laut Heim die Bauarbeiten harzig. Um sich nicht in Stückwerk zu verlieren und den Bauablauf trotz der Widrigkeiten möglichst flüssig zu gestalten, habe neben der Berglistrasse ausserplanmässig gleichzeitig die Friedenstrasse für den Verkehr gekappt werden müssen. Leitungen müssten teils umgelegt und ergänzt, andere Stränge ausgebaut werden.

Lotsen für Fussgänger

Bei den Bauarbeiten in diesem Los habe man sich neben dem Ärger, den man mit den geplagten Verkehrsteilnehmern teilt, zudem einen Rückstand von gegen drei Wochen eingehandelt. «Bis Mitte Dezember ist weiter mit Behinderungen zu rechnen», sagt Heim. Wenn die Fussgänger über die neue Brücke gehen können, werde sich die Situation entschärfen. Derzeit werden sie auf wechselnden Wegen über die Baustelle geführt. Ältere Leute sind verunsichert. Eltern von Schulkindern haben interveniert. Die Primarschulgemeinde ist vorstellig geworden. Jetzt wird der Einsatz von Verkehrskadetten erwogen. Dazu bietet der Kanton Hand.

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