Verkehr sucht sich Strasse selber

Seit die Sulgerstrasse in Bürglen gesperrt ist, benützen mehr Autofahrer die Strasse zwischen Opfershofen und Mauren. Das freut den Berger Gemeindeammann Max Buri gar nicht; er will, dass sich der Kanton dann an der Sanierung beteiligt.

Esther Simon
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Der ordentliche Weg ginge eigentlich über die Staatsstrasse (l.), aber auf der «Südumfahrung von Mauren» (r.) ist man schneller in Weinfelden. (Bild: Donato Caspari)

Der ordentliche Weg ginge eigentlich über die Staatsstrasse (l.), aber auf der «Südumfahrung von Mauren» (r.) ist man schneller in Weinfelden. (Bild: Donato Caspari)

Mauren. Seit Mitte April ist die Ortsdurchfahrt in Bürglen wegen Renovationsarbeiten auf der Sulgerstrasse gesperrt. Deshalb wird der Verkehr aus Bischofszell/Erlen Richtung Weinfelden bereits ab dem Sulger Kreisel weiträumig über Opfershofen umgeleitet.

Ein beliebter Schleichweg

Um schneller nach Weinfelden zu gelangen, benützen nun aber viele Autofahrer die schmale Strasse, die von Opfershofen direkt nach Mauren führt, anstatt nach dem Opfershofer Kreisel auf der Staatsstrasse weiterzufahren.

Die schmale Strasse, der Volksmund nennt sie Südumfahrung von Mauren, ist seinerzeit aber nicht für den Durchgangsverkehr und schon gar nicht für Lastwagen, sondern für die Bewohner von Mauren, die Muremer, und den landwirtschaftlichen Verkehr angelegt worden. Seit jeher ist sie aber ein beliebter Schleichweg, um von Mattwil oder Opfershofen schneller nach Weinfelden zu gelangen.

Dass jetzt – wegen der Bauarbeiten in Bürglen – noch mehr Autos auf dem Strässchen unterwegs sind, ist dem Berger Gemeindeammann Max Buri ein Dorn im Auge, wie er bereits an der Gemeindeversammlung erklärt hatte. Buri: «Der Mehrverkehr macht uns diese Strasse kaputt.» Vom Kanton wünscht er sich deshalb eine Beteiligung an den Kosten, wenn die Strasse nach der derzeitigen Mehrbelastung saniert werden muss. Auf offene Ohren sei er bisher nicht gestossen, räumt Buri ein.

Sachverständige hätten sich die Strasse angesehen und gesagt, dass diese schon vorher nicht in einem super Zustand gewesen sei.

Keine Sperrung

Buri will nun die weitere Entwicklung abwarten. Klar ist für ihn, dass die Südumfahrung Mauren nicht geschlossen werden soll, um den Muremern die Zufahrt zu ihrem Dorf nicht wegzunehmen. Als vor mehr als 20 Jahren die Staatsstrasse Sulgen–Bürglen neu gebaut wurde, habe man die Südumfahrung gesperrt.

Es seien damals etliche Muremer gebüsst worden, worauf man ihnen eine Vignette für die ungehinderte Durchfahrt zur Verfügung gestellt habe. So weit wolle man dieses Mal nicht gehen, sagt der Gemeindeammann, der pragmatische Lösungen schon immer vorgezogen hat. In Bürglen sei der befürchtete Schleichverkehr in den Quartieren ausgeblieben, sagt Gemeindeammann Armin Eugster. Für die Gemeinde bewähre sich die Umleitung.

Mitte September fertig

Der aus Weinfelden kommende Verkehr wird nach wie vor einspurig an der Baustelle vorbeigeleitet. Die Baustelle wird allerdings länger bestehen bleiben als ursprünglich angenommen. Reto Stäubli vom kantonalen Tiefbauamt geht davon aus, dass man Mitte September fertig ist. Grund für die Verzögerung sei, dass man beim Werkleitungsbau auf viel Fels gestossen sei.