Variationen des Lobgesangs

Das Winterkonzert der Pädagogischen Mittel- und Hochschule Kreuzlingen in der Kirche St. Ulrich widmete sich den verschiedenen Magnificats.

Erwin Schönenberger
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KREUZLINGEN. Das Magnificat, der Lobgesang Marias, mit dem sie nach der Ankündigung der Geburt Jesu zu Besuch bei ihrer Base Elisabeth auf deren prophetischen Willkommensgruss antwortet, hat die Komponisten aller Epochen zu eindrucksvollen Kompositionen animiert. Die Pädagogische Mittelschule und Hochschule haben sich in ihrem traditionellen Weihnachtskonzert die Aufgabe gestellt, Magnificats verschiedenster Epochen und Stilrichtungen in einem Konzert darzubringen.

Zeitgenössisches zuerst

Zu Beginn widmeten sich die verschiedenen Chöre und das Orchester vorwiegend zeitgenössischen Kompositionen aus dem 20. Jahrhundert. Doch auch in diesen Werken schienen die klassischen Harmonien und Klänge immer wieder durch, auch wenn die teils dissonanten Melodieführungen überwogen. Die äusserst anspruchsvollen Sätze stellten an die Chöre und an das Orchester höchste Anforderungen. Bei den Chören vor allem, wenn sie a cappella sangen. Stimmungsvoll zwischen den ersten Stücken dann das vom Frauenchor gesungene feierliche «Ave Maria» in der nur von Kerzen beleuchteten Kirche. Dann erfreute das von der Orgel begleitete Magnificat von Johann Pachelbel mit seinen strahlenden Klängen das Publikum.

Englisch durfte nicht fehlen

Besonders weihnachtlich erklangen die für Orchester bearbeiteten Choralvorspiele von Max Reger und Johannes Brahms mit den passenden Weihnachtsmelodien. «Christmas Carols» aus dem angelsächsischen Raum gaben einen Einblick in die heutige mitreissende Kirchenmusik. Kürzlich wurde entdeckt, dass das doppelchörige «Magnificat in C-Dur» von Johann Sebastian Bach die Bearbeitung einer Originalkomposition von Pietro Torri ist. Chor und Orchester boten mit diesem Werk den krönenden Abschluss eines Konzerts, das durch seine musikalische Vielfalt in der Einheit des Themas zu einem besonderen Erlebnis wurde.